#staythefuckathome

Covid-19, Virus, Coronavirus, Pandemic, Epidemic

Covid-19, von TheDigitalArtist via Pixabay.

Also. Ich bin ja bekanntermaßen nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Teilzeit-Apothekerin.

Vor gut drei Wochen ist etwas passiert, das mir zu denken gegeben hat. Ich hatte vorher neun Tage mit einer Nebenhöhlenentzündung daheim verbracht. Mittwoch und Donnerstag war jeweils ein halber Tag arbeiten angesagt. Freitags und samstags war Nebenjob im Homeoffice, und da hatte ich wieder vermehrt einen trockenen Husten. Sonntag kamen eine sehr, sehr laufende Nase und leichte Gliederschmerzen hinzu.

Lästig, aber verschmerzbar. In der Nacht schwitzte ich was weg, am nächsten Morgen wachte ich mit einseitigem Kopfweh auf und dachte: „Na, Rotzerei und eine Migräne obendrauf. Danke, höhere Mächte.“ Nahm Schmerzmittel, frühstückte und machte mich auf zu einem 10-Stunden-Tag Apotheke. Wäre ja peinlich, sich schon wieder krankschreiben zu lassen wegen zwei Lappalien, zumal das Schmerzmittel die einseitigen Kopfschmerzen linderte und ich nicht mal mein echtes Migränemittel hinterschieben musste. Gegen den trockenen Husten hatte ich noch was da, weil meine Nebenhöhlen haben immer trockenen Husten.

Wenn ich den Dienstag ebenfalls eingeplant gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich gebeten, einen Ersatz für mich zu finden, aber wenn ich an den nächsten beiden Tagen ausschlafen konnte? Da hatte ich schon unter erschwerteren Bedingungen gearbeitet. (S.u.) Und konzentriert war ich ja auch.

Außerdem waren von der anderen Berufsgruppe (den Pharmazeutisch-Technischen Assistentinnen) zwei krank, aus einer Filiale würde Ersatz da sein. Da noch ausfallen und alles den Noobs überlassen, die sich in unserer Filiale nicht auskennen? Nicht gut.

Also ich mindestens zweimal die Stunde raus zur Hintertür, Nase putzen und/oder husten, Taschentuch in ein verschlossenes Gefäß, Hände desinfizieren, weiter im Text. Zwischendurch noch mal in die Armbeuge gehüstelt.

Mittwochs war der Spuk bis auf ein bisschen Husten vorbei.

Es stellte sich am Montag drauf raus, dass wenigstens eine meiner beiden PTA-Kolleginnen das gleiche Viehzeug gehabt hatte, bloß heftiger: Gleiche Symptome plus Fieber und extreme Erschöpfung, eine Woche Krankschreibung. Anscheinend hatte uns allen beiden wer am Mittwoch oder Donnerstag den entsprechenden Virus überreicht, aber die andere hatte es ungleich härter getroffen.

Und eine von den Vertretungen hatte sich, wie ich vorgestern erfuhr, wohl bei mir angesteckt und lag zwei Wochen flach.

Keine davon Grippe geimpft. Ich hole mir aber seit fünf Jahren den Piks. Da kann man zwar noch Grippe bekommen, entwickelt aber mildere Symptome.

So mir nichts, dir nichts hatte sich meine lästige Erkältung also als wahrscheinliche Virusgrippe entpuppt.

(Die nächste nachgewiesene Virusgrippe begegnete mir eine Woche später im Notdienst. Die war im Krankenhaus, wurde mit einem Mundschutz entlassen und bekam das entsprechende Mittelchen dagegen, nämlich Tamiflu.)

Wir lernen also zwei Dinge daraus:

Erstens ist das mit der Statistik so eine Sache. Ich hatte in meinem Leben schon öfter etwas, das wahrscheinlich eine Virusgrippe war, aber in Arztpraxen macht niemand einen Test, verteilt keinen Mundschutz und verbietet einem auch nicht, die Großeltern zu besuchen. (Nicht, dass ich auf die Idee gekommen wäre, aber manche sind da eben auch einfacher gestrickt und wissen nicht mal, dass sie ihre Viren verbreiten, wenn sie husten oder auch nur sprechen.)

Quarantäneansage war auch nicht — das vorletzte Mal anno 2018 war ich arbeiten, weil wir sonst ab Mittwoch die Apotheke hätten schließen müssen, und hatte, völlig erschöpft und mit Kreislaufproblemen einen Heidenspaß, die Apothekerkammer zu überzeugen, dass ich den 24-Stunden-Sonntagsnotdienst unter diesen Umständen leider nicht auch noch machen kann.

Zweitens: Mein Schnupfen war der anderen Virusgrippe. Und ich habe in Gegenwart von Menschen über 60 in meinen Ärmel gehustet.Keine Ahnung, wer das Viehzeugs jetzt meinetwegen noch hatte, und wie die damit zurechtgekommen sind.

Das heißt, das nächste Mal bleibe ich bei so extremer Rotzerei daheim: #staythefuckathome.

Das heißt aber auch: Die Zahl der unbekannten Fälle ist viel höher, weil sie ja als „Lappalien“ angesehen sind. Ob nun Virusgrippe oder jetzt Corona. Überall da, wo die Ansteckungskette unbekannt ist, steht eine Person zwischen 20 und 40, die halt mal ein bisschen rumgehustet hat, oder eine Nacht geschwitzt, oder vielleicht sogar beides. Aber ich hab doch kein Fieber! Bin doch nicht krank.

Du bist aber ansteckend, Herzchen.

Und manche Leute müssen deiner Lappalie wegen ins Krankenhaus.

Also halt gefälligst Abstand.

 

 

 

 

2 Gedanken zu „#staythefuckathome

  1. Das ist es, ja. Zu Anfang dieser Corona-Geschichte war ich krank, Arzt stellte eine Erkältung fest. Eine Woche zu Hause und mit „nur noch ein bisschen Schnupfen und Halskratzen“ wieder ins Büro. Deswegen schreibt einen ja keiner noch eine Woche krank. Test nein, weil ja keine Kontakte zu Infizierten (jedenfalls nicht wissentlich). Es scheint nicht als hätte sich jemand bei mir angesteckt, aber trotzdem dieses miese, miese Gefühl: es könnte ja doch sein, und dann? Gute Besserung weiterhin.

    • Oh, mir geht es fast wieder gut. Das „fast“ bezieht sich allerdings auf eine langwierige Gastritis, die als Nebenwirkung leider ebenfalls einen Husten zu haben scheint und nebenher die Nebenhöhlen reizt … (Fazit: Mir schlägt fast alles auf die Nebenhöhlen, bevorzugt die rechte. Ich werde, sobald sich das alles beruhigt hat hier, mal wen für HNO aufsuchen müssen, das hat mir zu sehr ein System.)

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