„Und wenn du einfach unter einem Männernamen schreibst?“

Via Nina. C Hasse muss ich das hier auch noch mal rebloggen, weil es so wahr ist. Die Diskussion „darf ich als Frau unter Männer-Pseudonym M/M schreiben“ ist ja noch mal eine andere, aber eh. Obwohl mein Publikum alles außer heterosexueller cis-Männer ist, finde ich es nicht gut, dass bei weiblichen Schreibenden automatisch davon ausgegangen wird, dass sie ausschließlich für Frauen schreiben.

(Edit: Note to self: Keine Posts mehr, wenn ich total übernächtigt bin und vorher 10 Stunden gearbeitet habe.)

Zoë Beck

Gerade ging wieder durch die Presse, dass eine Frau ihr Manuskript unter männlichem Pseudonym einreichte und sehr viel positivere Rückmeldungen bekam als unter ihrem echten Namen/Geschlecht.

Seitdem schreiben mir erstaunlich viele Menschen, ob ich das denn selbst schon mal ausprobiert hätte. Oder ob ich das denn nicht mal machen möchte. Außerdem: Ein männliches Pseudonym würde doch viel besser zu meinen Büchern passen, nein?

Ich bekomme seit Jahren gesagt, ich würde zu „unweiblich“ schreiben. Zu kühl, zu sachlich, die Figuren seien nichts, womit sich Frauen identifizieren könnten. (Gesellschafts-)politische Hintergründe würden gerade das weibliche Lesepublikum überfordern bzw. abschrecken. Als Frau wolle man beim Lesen abschalten und sich nicht mit Problemen auseinandersetzen. Einige Männer, mit denen ich beruflich zu tun hatte, rieten mir zu „ansprechenderen“ Fotos, zu einem „weiblicheren“ Auftreten, einer „zugänglicheren“ Attitüde (ich sei “zu spröde für die Branche”), nicht zuletzt auch zu Themen, mit denen ich mich „besser auskenne“. Letzteres traf…

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Teaser: Von der Vernunft, Liebe und Freiwilligkeiten

Manchmal finde ich es schon faszinierend, was mein Hirn so zusammenkocht. Da hatte ich derletzt selbiges Paper über konservative Manipulation online gestellt, und dann kam Kritik, dass wir „Rationalität“ zu unkritisch verwenden, und irgendwem gefällt das Wort „Pädophilie“ nicht.

Jedenfalls sollten jene, welche das Paper lesen, zu dem Schluss kommen, dass es mit der Rationalität beim Menschen nicht so weit her ist wie gemeinhin angenommen wird. Ehrlich. Wer ein gutes Sachbuch sucht, möge sich vertrauensvoll an Kahnemans „Schnelles Denken, langsames Denken“ wenden.

Trotz aller Hindernisse, die mein Hirn mir in den Weg legt, kann ich natürlich versuchen, sachlich zu bleiben …

Was die Pädophilie angeht, halte ich es für relativ wurst, wie das Phänomen heißt, solange die Definition sich nicht ändert. Wichtig ist doch, jenen – oder allen – Liebenden klar zu machen, dass ihre Liebe einen Scheiß wert ist, wenn sie eine Erwiderung per Erpressung, Drohungen und Gewalt einfordert.

Solche Gedankengänge schlagen sich dann gelegentlich auch in Romanen nieder. Das aktuelle Projekt hat derzeit keinen Arbeitstitel, der mir gefällt. Wir werden sehen. Zeitlich ist es ein Viertel Jahr nach Albenbrut angesiedelt, nachdem mich eine Person zu viel nach einer Fortsetzung fragte … F. ist schuld.

Insofern ein Teaser Trailer. Achtung, Rohfassung eines Tetxtes, der noch nicht mal seinen ersten Wendepunkt hat. Weiterlesen

Zukunftsängste

In Apotheken wird ja gern auch mal über das Gesundheitssystem gejammert.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aesculap-serpentine.jpg?uselang=de

Vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen mit einer älteren Dame, die darüber schimpfte, dass mittlerweile so viele Ausländer*innen als Ärzt*innen arbeiten, und dass die je alle so schlecht Deutsch können.

(Das ist sicher nicht schön, wenn’s mit der Kommunikation hapert, aber dann liegt wohl was mit der derzeitigen Bezahlung und den Arbeitsbedingungen im Argen, wenn so viele deutsche Ärtz*innen ins Ausland wirtschaftsflüchten … und in diesem Fall ist es dann eine echte Wirtschaftsflucht, weil einen Job, zu essen und ein Dach über dem Kopf hätten die hier allemal.)

Jedenfalls war der Tenor, „ach, armes Deutschland, mit den vielen Ausländern.“ Und, „Ich mache mir Sorgen um Sie junge Leute, Sie müssen da ja so viel mitmachen.“

Woraufhin ich am Liebsten geantwortet hätte: „Mir machen Rassist*innen, Alt- und Neu-Nazissen, die jede Pegida-Propaganda nachplappern, aber mehr Sorgen als zugewanderte Ärzt*innen.“

Aber das gehört sich halt nicht.

Jedenfalls möchte ich hier alle Leser*innen bitten, selbige Petition für ein Verbot von Demos vor Unterkünften von Geflüchteten zu zeichnen, und gegenbenenfalls hier oder hier weiterzulesen.

Edit 15. August: Arwin Yale hat auch noch einen nachdenklich-wütenden Beitrag zum Thema.

Ace und queer, Ergänzung

Der Torheit Herberge

Via des Carnival of Aces habe ich einen hochinteressanten Artikel auf Englisch gefunden.

Zusammenfassung der These: In früheren Zeiten wurden Menschen als „queer“, also sexuell abweichend verurteilt, sofern sie

a) von Gender-Normen abwichen und/oder

b) keinen Hetero-Sex hatten.

Das kann heißen, dass eine Person Sex mit Menschen des gleichen Genders/Geschlechts hatte, es kann aber auch bedeuten, dass diese Person gar keinen Sex hatte!

Bezeichnende Beleidigungen: „alte Jungfer“ und „überzeugter Junggeselle“.

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Amt mit Unsinn von mir, aber ohne Gender Gap

Gelegentlich schreibe ich ja für’s Bundesamt für magische Wesen. Nachdem ich Mitte Juli ein Wochenende lang tanzend auf einem Mittelaltermarkt schwitzen musste, hatte ich Lust auf ein wenig Behördensprech statt Marksprech: Fragen und Antworten zum Thema „Magische Wesen auf Mittelaltermärkten.“ Inspiriert von, na, was wohl? Drachenblutseife.

Der Gender Gap wurde mir dann vom Amtsleiter wegen Suchmaschinenoptimierung gestrichen.

Meinung: Stattdessen sollte die Suchmaschine wissen, dass sie nach Drachen auch nach Drach*innen suchen kann.