2020. Feierdäg/Habe fertig.

Oder: Der DeWinter’sche Rant zum Jahresende. Damit es nicht zu aufregend wird, habe ich hier ein sehr kurzes Stück entspannte Musik zum kürzesten Tag des Jahres: Lux Refulget.

Mal gucken, was der Impfstoff macht.

Also, das Jahr ist fast um, angeblich sollen nach den Feiertagen die ersten Impfungen mit dem RNA-Impfstoff starten und ich bin in der dritten Welle der Priorität.

Und ja, ich lasse mich piksen, weil die Statistik in unserem Apotheken-Filialverbund sieht derzeit so aus:

Bei uns arbeiten etwa 65 Frauen zwischen 18 und 67 Jahren. Wir haben 5 positive Corona-Nachweise und 4 Fragezeichen. (Eine davon ich, und ich habe eine Person angesteckt, die zwei Wochen flachlag, siehe Frühjahrs-Gebruddel. Kann sein, dass es ne Grippe war, immerhin bin ich die einzige, die sich regelmäßig ihren Piks abholt und die es nach fünf Tagen abgefrühstückt hatte. Aber bei Grippe bin ich normalerweise von den ersten Anzeichen bis nominell arbeitsunfähig durch Kreislaufstörungen in vier Stunden, hier habe ich drei Tage bis zum Fieber gebraucht und dem Kreislauf ging’s prima.)

Von den fünf positiven Nachweisen ist:

1 x asymptomatisch

1 x leichte Symptome

1 x Krankenhaus und Reha wegen Lungenschaden

1 x Verlauf mit mehren Tagen hohem Fieber, seit neun Monaten mit Geruchsstörung und Psychotherapie

1 x Verlauf mit mehreren Tagen hohem Fieber, Nachwirkungen noch unbekannt.

Klar, kann sein, dass ich (beim nächsten Mal wieder) mit ein, zwei Tagen Fieber und Husten davonkomme. Kann aber auch nicht sein. 40 Prozent Langzeitschaden bei nachgewiesener Infektion innerhalb von drei Monaten versus unter 0,001 Prozent Langzeitschaden innerhalb der gleichen Zeit? Die Wahrscheinlichkeiten finde ich jetzt nicht so schlecht. Von Grippe müssen nur wenige vorher gesunde Mittdreißigerinnen in Psychotherapie, ne?

Übrigens wäre das nicht der erste Impfstoff, der auf den Markt kommt, ohne dass wer weiß, wie lange das eigentlich vorhält.

Außerdem: Reise-Neid und Kopfkratz.

Mein Vater ist vor zwei Jahren nach Spanien gezogen, und ich habe nie in den Schulferien Urlaub, weil ich halt nach einem emotionalen Kassensturz vor zehn Jahren beschlossen habe, dass ich keine Kinder haben möchte. Ich kriege mich grade so auf die Reihe, ich will da nicht noch ein Kind an der Backe haben. Vor allem nicht an Tagen, wo ich mich eben nicht auf der Reihe habe. Und mein Mutterinstinkt ist eh nicht vorhanden, ich habe schon als Jugendliche nur über eigene Kinder nachgedacht, weil sich das so gehörte, und nicht weil ich eins wollte.

Daher habe ich meinen Herrn Papa seit letztes Jahr im Oktober nicht mehr getroffen. Ich habe ein wenig Neid auf all diejenigen, die in den Schulferien sonst wo waren, während ich schön brav meinen Urlaub daheim oder bei Freundinnen begangen habe, als die Weitverreisten und Familenfeierndem ihre Viren überall schon wieder verteilt hatten.

Ich habe eine Bekannte in Facebook nicht entfreundet, obwohl sie manchmal etwas seltsame Ansichten hat, warum Leute Maske tragen und das mit dem Abstandhalten ernst nehmen. Keine Ahnung, was sie eigentlich mit ihren Wut-Posts seit März mitteilen will. Dass hier in Deutschland und in der Wissenschafts-Blase auf einmal zu 98 Prozent Faschos und doofe Nüsse rumspringen sollen, finde ich jedenfalls unwahrscheinlich. Irgendwie tut es mir leid, dass eine von mir geschätzte, kluge Person keinen Weg findet, mit der Situation konstruktiv umzugehen.

Jedenfalls ist weniger Social Media besser für’s Gemüt.

Dafür hätte ich gern mehr langfristig denkende Politicos.

Ich mein, ja, es die ganze Situation ist Scheiße. Passenderweise hat die Politik über den Sommer lieber den Kopf in den Sand gesteckt, als an Konzepten für einen zweiten Lockdown zu feilen. Schulen bleiben offen! Egal, ob das von einem epidemiologischen oder psychologischen Standpunkt aus klug ist oder nicht. Gleich für Wechsel-/Hybridunterricht und sinnvolle Betreuung vorplanen? Wir doch nicht.

Und außer, dass die Krankenhäuser vor Überlastung geschützt werden müssen, ist eine langfristige Linie der Maßnahmen auch nicht zu erkennen. Was draus gelernt? Allgemeine Ziele für die nächsten paar Jahre? Nee, bedingungsloses Grundeinkommen geht mal gar nicht, lieber lassen wir am Ende die komplette Kunstbranche ALGII beantragen.

Mal über Donuts statt Wachstumskurven nachdenken? Ist das Wirtschaftsschädigung, wenn wir darauf hinweisen, dass zu viele in diesem Staat zu viel Raum und Ressourcen verbrauchen? Und dass die meisten von uns deswegen zu viel Kram haben? (Und dann muss ich hinterher vielleicht mit den Zug zum Papa und nicht mehr mit dem Flieger. Dann isses halt nicht so bequem und dauert wirklich den ganzen Tag statt nur gefühlt den ganzen Tag. So what.)

Und können wir bitte mal darüber reden, dass Fallpauschalen und AGs den Krankenhäusern und vor allem deren Personalschlüssel nicht besonders gut tun?

Nebenbei erdreistet sich die Politik zu behaupten, dass eine Theateraufführung oder eine Lesung eine „Unterhaltungsveranstaltung“ wäre. (Wir können auch poltische Meinungsbildung, erstaunlicherweise, sogar wenn Vampire oder so was drin vorkommen.)

So ein paar Schuldige, das wär’s jetzt.

Bloß: Das kollektive Unvermögen, mit neuartigen Bedrohungen halbwegs sinnvoll umzugehen, das ist schuld. Und da hängt’s überall, weil die wenigsten Menschen halt Wahrscheinlichkeitsrechnung können, zumal eine solche am Anfang kaum möglich war. Deswegen rudern die Landesregierungen hin und her, versprechen mal dies, mal das, und halsen uns alle drei Tage neue Regelungen auf. Die anderen halten sich lieber ein Kissen über den Kopf und singen „es gibt keine Pandemie, lalalala, das hat sich (Lieblingsschurke hier einfügen) ausgedacht, um uns alle gefügig zu machen.“

Määhh von diesem Schlafschaf hier, ich verweise auf oben. Corona ist auch ohne Tote Kacke.

Konstruktiver trotz völlig hirnrissiger Schließungen von Orten, die sich an die Spielregeln halten, sind meine CSD- und Schreibblasen. Podcasts, Livestreams, Online-Messen und -Konferenzen? Ja, ist anstrengend und Kuscheln macht mehr Spaß und tut der Psyche gut, aber mensch lernt dazu und neue Verbündete kennen. Mein Vereinchen wird seine jährlichen Versammlungen von jetzt an nur noch online halten, da wir über die komplette Rebublik verteilt sind.

Was lernen wir aus diesem Mist?

Außer, dass Menschen nicht blicken, dass sie mit Face Shields zwar geil Luft bekommen, aber einer stehende Aerosolwolke natürlich sowohl einatmen als auch produzieren können? Und dass sie lieber OP-Masken waschen als welche aus zwei Lagen Jersey, was im Endeffekt wohl auf schlechtere Filtergrößen rausläuft? Und dass … lassen wir’s. Das menschliche Unvermögen, das Prinzip „Infektionskrankheit“ zu verstehen, sollte mich nicht mehr wundern, wenn früher selbst Kolleginnen mit ihren ungewaschenen Geldfingern in die Keksdose gegriffen haben.

Was lernen wir also draus? Wenn ich das wüsste. Dazu brauchen wir noch ein bisschen, denke ich. Bis dahin habe ich mal einen völlig unfantastischen Roman über queere Singles in der Pandemie angefangen.

Und sonst? Irgendwas, das gar nichts mit Viren zu tun hat? Wenigstens eine Sache?

Der Blockeditor von WordPress nervt mich. Und ich könnte mich darüber echauffieren, dass Microsoft Word nicht in der Lage ist, mit ODT-Dokumenten anständig umzugehen, während Open Office mit DOCX super zurande kommt. Ich lasse diesen spezeiellen Rant aber. Für Microsoft Office gebe ich so lange kein Geld aus, bis das klappt, hörst du, Bill Gates?

Ach ja, und #BlackLivesMatter. Dass auch die deutsche Polizei Racial Profiling betreibt, dazu muss ich eigentlich nur meine Kollegin mit dem türkischen Nachnamen fragen, wie oft ihr Bruder schon kontrolliert wurde. Da bleibt hoffentlich was in den meisten Köpfen hängen. Wenigstens ist der Haupthandlungsort in den Albenbrut-Bänden so latent rassistisch, dass die Bezeichung „Schwarzkünstler“ dafür ein Beleg ist und ich das nach derzeitigem Stand der Überlegungen nicht ändern würde — dafür aber an anderen Stellen nachschärfen müsste, falls es je eine Neubearbeitung geben sollte.

Und jetzt?

Ich wünsche schöne Feiertage, ob Jul oder mehr oder weniger religiöse Weihnachten oder was auch immer. Wir sehen uns wahrscheilich erst nach den Feiertagen für die gewohnte Jahresend-Buchabrechnung.

 

 

Noch lebendig / Eskapismus / Sachbuch-Termin

So.

Zwischenstand: Mich gibt es noch. Bin nur nicht mitteilungsfreudig. Im November Urlaub gehabt, statt Verwandtenbesuch und Buch Berlin also beste Alphaleserin der Welt besucht und ansonsten vor allem Lucifer und danach den Rest von Ben Aaronovitchs „Flüsse von London“ gesuchtet. Zu beidem eine mittelgroße Dosis Fanfic gebraucht. Jetzt geht’s wieder. (Bis ich das nächste Binge-Objekt finde.)

Ich neige eben zu Binge-Verhalten/Kleinobsessionen und bin dann manchmal auch weg, weil Eskapismus halt manchmal notwendig ist. Und da bei uns in der Gegend grade der Über-300-Inzidenz-Aktionismus ausgebrochen ist, wen wundert’s? Jedenfalls gut, dass es Videotelefonie gibt. Meinen Vater habe ich seit letztes Jahr im Oktober nur noch online getroffen und kenn den neuen Hund noch gar nicht.

Aber besser, ich binge Fanfiction als Alkohol oder psychotrope Substanzen, oder?

Seit Montag Überstunden, weil die Kollegin Resturlaub und Überstunden abbaut. FFP2/KN95 sind Pflicht. Die Kolleginnen und ich haben Verspannungen im Kiefer, weil laut und klar über das Plexiglas hinweg sprechen und feste Masken — entweder Mund weit auf oder Maske, nicht wahr? Und ich hab noch Glück, weil ich ja nicht Vollzeit in der Apotheke arbeite.

Jedenfalls ein Hoch auf Pfefferminzöl. Damit sind die abendlichen Kopf- und Kieferschmerzen fast weg. Ich werd jetzt noch hochdosiert Magnesium draufkippen. Bessere Investition als irgendwelche Immun-Komplexe ist das allemal, denn die Rotzerei lässt diese Saison auf sich warten. Auch beim Großteil der Bevölkerung, weshalb wir bei den Erkältungsmittelchen und damit überhaupt einen Umsatzeinbruch im Vergleich zu den Dezembern vorher haben.

Nebenbei ist das Sachbuch in der zweiten Lektoratsrunde. Geplante Veröffentlichung Ende Januar. Ich denke, das Warten und Feilen wird dem Text nicht geschadet haben.

Pandemie-Erinnerungen

Oder: Kleine Zeitreise vor die Blogkarriere

Erinnert sich noch wer, dass 2009 schon mal Pandemie war? Schweinegrippe, neues H1N1.

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2009 war keine Reisebeschränkung. Ich und andere Touris bei Regenwetter vor Chicagos Cloud Gate — ein Tor zu den Wolken, an dem Tag mehr als anderen.

Ende Juni 2009 war ich in Chicago. Und wen in Toledo, Ohio, besuchen. Weil der zweite Transformers-Film anlief, und wir zwei Irren beschlossen hatten, am ersten Wochenende gemeinsam ins Kino zu gehen.

Die Freundschaft mit kaydeeblu hat sich mittlerweile verlaufen.

Ich hatte wegen der besorgten Verwandtschaft Tamiflu mitgenommen und nicht gebraucht. Es war dann abgelaufen und entsorgt, bevor ich es anno 2015 gebraucht hätte. (Damals kam ich gar nicht auf die Idee, dass ich das ja nehmen könnte. Ob ich es mit dem Medikament vielleicht doch zur Messe geschafft hätte? Ohne die Bronchitis hinterher?)

Von der ganzen Eierei um die 2009er Grippe-Pandemie war nur in den Kommentaren der Leute hierzulande was zu spüren. Masken und so gab es weder hier wie dort.

Ich habe mich dann im Herbst 2009 mit Pandemrix impfen lassen. Der Arm tat kaum weh, dafür hatte ich etwa 24 Stunden lang etwas wie einen Schwips: leichter Kopf und beim Treppensteigen etwas Schwindel. Bloß ohne das nette Rauschgefühl vom Alkohol dazu.

Ich war trotzdem zehn Stunden damit arbeiten.

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Und Chicago ohne Regenwetter. Downtown hat teilweise sehr hübsche Architektur zu bieten, wenn eins Wolkenkratzern nicht abgeneigt ist.

Ach so: Das hier ist keine Verteidigung oder Verurteilung von Maßnahmen. Dass die 2009er-Influenza recht milde verlaufen sollte, wusste ich bereits, als ich in den Flieger stieg. Menschen mit meinem Jahrgang, die ohne ersichtlichen Grund nach zwei Tagen mit 43°C nicht senkbarem Fieber verstarben, gab es da nicht, und H1N1 hat auch nicht einen der bekanntesten evangelischen Pfarrer meiner Stadt ins Grab gebracht.

Maske und Paranoia

(Kontroverse Meinungen ahoi.)

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Wiederverwendbare Maskensammlung. Mamas Selbstgenähte, eine zugekaufte, Edda-inspiriertes Kunsprojekt und Tentakelbart.

Jetzt ist also seit dem 27.04. Maskenpflicht bzw. Mund-Nase-Bedeckungspflicht für (fast alle) in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften.Witzigerweise hatte das RKI zunächst ja verkündet, das sei nicht nötig.

Ich war seitdem an fünf Tagen auf Arbeit.

Teil 1: Maskenbesserwissen

Habe ich mich dadurch im Bus oder in der Apotheke als Personal sicherer gefühlt?

Nicht die Bohne.

Warum?

Da unser Plexiglas-Spuckschutz nicht an den Seiten geschlossen ist, hat die Chefin uns als Personal schon vor zwei Wochen dank ausreichend besorgtem Material Masken verordnet. Das ist an sich eine sinnvolle Sache. Wir hängen ja länger als 15 Minuten am Tag aufeinander und sprechen von Berufs wegen sehr viel. Wenn mit Masken die Quarantäne-Wahrscheinlichkeit verringert ist: Yay!

Auch wenn ich nach einem normalen Arbeitstag mit FFP2 schwere Beine habe wie sonst nur ohne Stützstrümpfe im Hochsommer. Offenbar kommt da unten nicht genug Sauerstoff an?

Ist jedoch verschmerzbar, da ich Teilzeit arbeite.

Dann gucke ich mir an, was die Leute mit den Masken machen. Mit bestenfalls lasch desinfizierten Händen Maske hoch und Maske runter, zwei-, drei-, fünfmal im Gespräch mit mir oder der Bekannten im Bus, nicht über der Nase getragen. Falschrum getragen mit dem Nasenbügel unter dem Kinn.

Häufig mehr Rumgefummel im Gesicht als ohne. Und bewahre, dass das Outfit deswegen praktischer gestaltet wird. Die Frau Apothekerin hier verzichtet schon seit Wochen zwangsweise auf Ringe, Halsketten und größere Ohrgehänge und steckt ihre Haare weg. Eben um das Rumgefummel zu minimieren.

Und trotzdem beschlägt die Brille … (was sie nicht sollte, aber hundert Prozent dicht ist halt was anderes, auch bei FFP2).

Von den Leuten, die so was gar nicht tragen können, weil Asthma usw., reden wir jetzt erst mal nicht, und dann gibt es noch Leute, die verstehen mich nicht mehr, selbst wenn ich hinter der Maske laut spreche. Weil sie schwerhörig sind und ihnen meine Mimik fehlt. Oder ich verstehe die nicht, weil Maske und Stottern oder Heiserkeit ist, sagen wir mal, eher kontraproduktiv.

Um bei uns den Verbrauch zu minimieren, werden die Masken personalisiert und dann laut Politik-Empfehlung in den Trockenschrank getan. (Apotheken haben so was im Labor, im Gegensatz zu Krankenhäusern.) Dreimal kann man sie laut dieser Angabe so behandeln, danach ist Schluss.

Diese Empfehlung geben wir auch an die Kundschaft weiter. Deren Öfen sind aber keine fein justierbaren Trockenschränke und haben ihre Hitzequelle nicht grundsätzlich hinter einer Abschirmung. Da schmelzen die schnell und günstig produzierten Teile auch schon mal an.

Und nun kamen das BfArM  und das ZDF und sagen, dass die Empfehlung mit 70 Grad Celsius für 30 Minuten nicht ausreicht. 90 Grad und 90 Minuten oder gleich in den Autoklaven/Heißdampf? Ob das billige Gummizeug bei Wegwerfartikeln das aushält? (Wenn die Gummis nicht gleich abbrechen.) Die von der Frau Mama selbstgenähte Option habe ich bislang drei Mal ausgekocht (also je 10 Minuten Heißdampf), und selbst diese auf häufige Wäschen ausgelegten Gummibänder für die Ohren sind nicht begeistert.

Das mit der Abstandsregel ist mit und ohne Maske eine Sache des Münzwurfs. In der Apotheke ist aber wenigstens immer wer mit offiziellem Aussehen (weißer Kittel!) da, die die Kundschaft höflich, aber bestimmt an den Sicherheitsabstand erinnern können. Bei üblicherweise mit Sonderangeboten und Extras zugebauten und ohnehin selten mehr als 1,50 Meter breiten Supermarktgängen ist das selbst mit gutem Willen und Wagenpflicht schwierig. Und wen zum Aufpassen gibt es sowieso nicht.

(Die Security vor dem dm Drogeriemarkt war nach einer Woche schon wieder verschwunden. In der Innenstadt führt das dann schon mal zu kichernden Gruppen gelangweilter weiblicher Teenager in den Kosmetikgängen.)

(Der Busdienst wurde bei uns zeitweise auf Samstagsniveau reduziert. Jetzt ist Maskenpflicht und Läden offen, jetzt fahren sie endlich wieder alle, bis auf die Schulbusse. Abstand ist zumindest abends einfacher.)

Also, mir ist Abstandhalten lieber als Maskenpflicht, zumal vor allem (häufig schlecht sitzende) Mehrwegteile bei Leuten ohne Grundkurs in Basis-Maskenhygiene (die ist komplizierter, als eine meinen sollte, laut RKI) meiner Meinung nach nix verloren haben.

Die Einmalteile brauchen Kliniken, Praxen, Pflegedienste. Und Leute, die hustend, niesend und/oder rotzend vor die Tür gehen (müssen).

Um den Noordlander zu bemühen: Ja, wenn wer eine geschlossene Hose trägt und lospinkelt, kriegen andere keine nassen Beine. Wenn die Person nicht pinkelt, kann es mir aber egal sein, ob sie Hose trägt.

Gespräche bei mir in der Apotheke dauern normalerweise unter fünf Minuten (mit Plexiglas), im Supermarkt kürzer (also zwei bis drei Sätze), warum um aller Welt soll ich da eine Maske tragen, wenn ich den Rest der Zeit symptomfrei atme?

(Apropos: Können wir die Fern-Arbeitsunfähigkeits-Erstellung bei Erkältungen behalten?)

Mir wäre es lieber, wir hätten eine auf Dauer andere Erkältungsetikette. Schniefnasen und die obligatorischen (Theater-)Hustenden hinter geeignete Masken, Homeoffice-Lösungen für arbeitsfähige Schniefnasen, damit sie die Viren nicht in den Öffis und im Geschäft streuen, und … ?

Aber es sieht jetzt halt aus, als würde was getan, nicht wahr? Wir erinnern die Leute daran, dass Ausnahmesituation ist.

Und insofern haben diese von symptomfreien Menschen zwangsweise getragenen Masken und Behelfsspuckefilter für mich gefühlt hauptsächlich eine politische Funktion.

Teil 2: Politik und Denunziantentum

Schon vor der Maskenverordnung gab es ja Menschen, die wegen des Coronavirus in anderen vor allem eine Bedrohung für ihr eigenes oder ein fremdes Leben gesehen haben. (Wie, du fährst mit dem Bus auf Arbeit? Hast du keine Angst um … ?)

Jede Handlung erhielt auf einmal einen moralischen Wert. Garantiert habe ich hier auch wieder Reaktionen auf meine Maskenmeinung, dass das ja total verantwortungslos sei und ich wollte, dass meine Oma stirbt, einself!! (Meine Omas sind seit 51 bzw. 22 Jahren tot, vielen Dank.)

Viele Handlungen haben zwar an sich schon einen moralischen Wert, vor allem in Zeiten des Klimawandels, aber da ist es ja so, dass das zur Not geflissentlich ignoriert werden konnte, zumal die eigene Blase ja ähnlich gestrickt war. Die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Person, die auf ihren neuen Marken-Hausfrauenpanzer/SUV stolz ist, in meine Facebooktimeline spült, ist relativ gering. Genauso kenne ich wenig Personen, die auf Kreuzfahrt gehen.

Nun habe ich in meiner Blase aber Menschen, die eine allgemeine Maskenpflicht das beste seit geschnitten Brot finden und mich wahrscheinlich nach diesem Posting kloppen, egal wie begründet meine Fragen sind. Dazu kommen Leute, die Masken prinzipiell immer kacke finden und solche, die das halt mitmachen, aber sich mehr als ich um ihre Freiheitsrechte sorgen und …

Vor Corona-Lockdown kam ich mit dieser gemischten Truppe erstaunlich gut aus.

Ich habe mich entschlossen, nur Leute zu entfreunden, die echten Bockmist verzapfen und sich nicht einfach um grundverschiedene Dinge sorgen. Bislang habe ich dieses Instrument noch nicht benutzen müssen.

Und das ist nur die Onlineblase.

Live muss ich zwischen „Ähhh, die trägt aber keine Maske!!! Polizei!! Wieso sagen Sie nichts, Fräulein?!“ (aber gern auch mit schlecht schließender Selbstgenähter) und „Ich habe einen Herzfehler, ich kriege keine Luft“ vermitteln.

Ich muss nunmehr von Berufs wegen alle misstrauisch beäugen, die in den Laden stolpern, und nicht nur die rausfiltern, die Rezepte gefälscht haben/ihr Codein  vermutlich weiterverkaufen/ihre Versicherung betrügen wollen/etc.

Ich mag aber nicht jeder Person, die sich (mal) schlampig an die Regeln oder mit guten Gründen nicht an die Regeln hält, unterstellen, dass sie ein völlig verantwortungsloses Arschloch ist, das meine Oma bzw. anderer Leute Omas und Vorerkrankte umbringen wird.

Ich mag dieses Kontrolldenken nicht. Ich mag nicht, was diese ständige Ermahnerei und dieses Misstrauen mit meinem Hirn machen, und ich mag es nicht, wie es selbsternannte Blockwarte bestärkt, die zwar Menschengruppen auf der Straße melden, aber garantiert niemals das misshandelte Kind aus der Wohnung gegenüber.

 

 

 

 

 

 

 

Homeoffice/Frühings-Feierdäg/Links

carmilla dewinters arbeitsumfeld

Vor mehr als zwei Jahren für dead soft ein Schreibtischbild gemacht. Der Schreibtisch ist derzeit weniger aufgeräumt und der Computer hat mehr und teilweise andere Aufkleber.

Die Apotheken-Schicht, welche in Quarantäne war, ist zurück, weshalb ich für den Zweitarbeitgeber letzte Woche im Home-Office war und nur am Samstag ranmusste/durfte. Die Corona-Krise hat nun ihren Weg in eine Bildunterschrift zum Thema Grundgesetz gefunden.

Witzigerweise führte diese Sorte Beschäftigung zu einer kleinen Blogpause, wie ich sie öfter habe. (Und wieder haben werde.)

Jetzt ist Ostern. Der Zweitarbeitgeber verteilte zum Karfreitag ein schönes altes Musikstück, das eins auch zum Niederknien schön finden kann, wenn eins es nicht so mit dem Christentum hat.

Ich wünsche denjenigen, die es eher mit dem Christentum haben, einen frohen zweiten Feiertag und dem Rest einfach nur einen schönen Feiertag.

Außerdem gefunden:

AUREA hat einen Aro-Zensus. (Witzigerweise bin ich ja auf dem aromantischen Spektrum, aber das ist eher so eine Spezifizier-Beschreibung für mich, keine echte Identität, deswegen beobachte ich diese Community-Formierung gerade mit Staunen und Neugier.)

Der Zaunfink pfiff zwei Listen mit queeren Angeboten, die nicht nur in der Krise beraten, sondern auch Geld brauchen könnten: bei queer.de und dem LSVD.

 

 

 

 

 

Katze tot/Fragezeichen/Systemrelevanz

Physics, Schrödinger'S Cat, Schrödinger

Diese Katze war zum Zeitpunkt, als das Foto entstand, lebendig. Bild von Geralt via Pixabay.

Mein Schweigen seit letzter Woche liegt darin begründet, dass die Katze tot ist: Die Kollegin hat dann doch Corona, Ansteckungsweg unbekannt.

Vielleicht hatte ich mir das auch nach der Nebenhöhlensache eingesammelt und ihr weiterverteilt, und der seltsame Schnupfen war doch keine Grippe mit ein bisschen Rhinovirus?

Ich war garantiert bis zum 8. März ansteckend, und das wäre dann ein später, aber nicht unmöglich später Krankheitsbeginn ihrerseits.

Aber am 2. März hat da noch niemand drüber nachgedacht. Vor allem nicht bei einem doofen Schnupfen.

Viele Fragezeichen. SARS-CoV-2 macht schräge Dinge mit Menschen und manchmal (sehr häufig) halt auch gar nichts. Aber wenn man es bös hat (also eine Lungenentzündung davon bekommt), hat man’s wohl richtig bös, wenn ich den Ausführungen des Robert-Koch-Instituts richtig gefolgt bin.

Jedenfalls ist die Kollegin samt der dazu eingeteilten A-Schicht am Montag dann noch nachträglich in Quarantäne versetzt worden, und ich bin seit Dienstag fast in Vollzeit, was ich irgendwie nicht mehr gewohnt bin. Ein Quartalsbeginn mit erhöhtem Aufkommen von Inkontinenzbedarf und Pflegehilfsmittellieferungen ist auch noch dabei, wir diskutieren uns den Mund fusselig. Nein, Händedesinfektion nur 100 Milliliter, die kriegen wir leider zu einem Preis geliefert wie sonst die 500 Milli. Und nur drei, und nur zwei Packen Handschuhe, weil andere wollen auch noch was. Aber immerhin haben wir welche, ne?

Sagrotan Flächendesinfektion ist aus. Mein Handy bekommt nach jedem Arbeitstag eine Behandlung mit Wasser und Seife. Und Ihres?

(Sprühen ist halt bequemer als Klodeckel mit Lauge putzen, ich weiß.)

Masken kann ich in Rückstellung nehmen. Nein, ich verstecke keine vor Ihrem Kind mit Mukoviszidose oder Ihren gebrechlichen Eltern. Wenn wir unsere letzten Einzelstücke rausgeben, müssen wir bei jedem weiteren Corona-Fall den Laden dicht machen.

Dass ich auf Montag eine Nacht wegen Notdienst und auf Mittwoch eine Nacht hormonbedingt höchstens je vier Stunden geschlafen habe, macht die Sache nicht besser.

Als gestern noch Energie übrig war, habe ich die Punk’n’Roll-Version einer Behelfsmaske zu nähen angefangen.

Schrödingers Corona

Physics, Schrödinger'S Cat, Schrödinger

Grundlagen der Physik via geralt, Pixabay. In einer Box, in der die Freisetzung von Gift dem Zufall überlassen ist, weiß eins nicht, ob die Katze darin tot oder lebendig ist, bis eins die Box öffnet.

 

So, eine Kollegin hat nach trockenem Husten am Wochenende Fieber entwickelt und ist zwei Wochen krankgeschrieben. Ein Test wurde nicht angeordnet, weil sie keinen Kontakt zu nachweislich mit SARS-CoV-2 Infizierten hatte. Obwohl sie in einer Apotheke arbeitet, wo es, sagen wir mal, vielleicht nicht ganz uninteressant wäre zu wissen, ob wir ohnehin meist angeschlagene Patient:innen gefährden.

Das mit dem Kontakt ist insofern eine Milchmädchenrechnung, da das Robert-Koch-Institut davon ausgeht, dass die tatsächliche Fallzahl die gemeldeten Fälle um mindestens 4,5- bis 11-fach übersteigt. Wo diese Fälle rumspringen ist, wie es so schön auf Englisch heißt, „anyone’s guess“ — kann eins nur raten. Gehen die noch arbeiten? Sitzen die schniefend mit mir im Bus? Keine Ahnung.

Logisch könnte die Kollegin auch eine Grippe haben, die Symptome ähneln dem, was ich vor drei Wochen hatte, nur heftiger.

Das, worunter die Kollegin leidet, ist also gleichzeitig Schrödingers Corona und Schrödingers Virusgrippe. Solange wir die Kiste nicht öffnen, wissen wir es nicht. Ohne Test keine Statistik.

Für mich ändert sich vorläufig wenig: Der Spuckschutz wirkt in beide Richtungen. Ich rücke den Leutchen weiterhin nicht zu sehr auf den Pelz, und die sind glücklicherweise meist unter 15 Minuten in meiner Nähe.

Trotzdem hat die Nachricht uns alle heute beim Arbeiten irritiert. Die Kollegin mit der immunsupprimierten Mutter, die mit dem Ehemann bei der Feuerwehr, usw.

Nach der Schicht kaum konzentrationsfähig.

… Nebenher Leute, die sich um Sinn und Unsinn von Seuchen in einer WhatsApp-Gruppe streiten und darüber entzweien. Als wäre dem Phänomen Existenz an sich irgendein höherer Sinn abzugewinnen. Die Nornen haben die Stäbe geworfen (hören Sie den Zufall klappern?), irgendwer hat vielleicht deswegen einen Kampf mit den Jöten verloren. Frau Hels Rechen hat dieses Jahr feinere Zinken. (Oder wie auch immer eins es sonst betrachten mag.)

Nicht, dass jeder Todesfall nicht einer zu viel wäre. Ich richte mich auf unangenehme und traurige Nachrichten ein. (Und höre Musik dazu.)

Was wir als Einzelne und als Gesellschaft aus Seuchen und Naturkatastrophen machen, wo wir Sinn und Unsinn finden, ist wie immer unser Ding und keiner höheren Macht anzulasten. Schade nur, dass manche nichts Besseres zu tun haben, als Schuldschieberei und (Sozial-)Darminismus zu betreiben.

#staythefuckathome

Covid-19, Virus, Coronavirus, Pandemic, Epidemic

Covid-19, von TheDigitalArtist via Pixabay.

Also. Ich bin ja bekanntermaßen nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Teilzeit-Apothekerin.

Vor gut drei Wochen ist etwas passiert, das mir zu denken gegeben hat. Ich hatte vorher neun Tage mit einer Nebenhöhlenentzündung daheim verbracht. Mittwoch und Donnerstag war jeweils ein halber Tag arbeiten angesagt. Freitags und samstags war Nebenjob im Homeoffice, und da hatte ich wieder vermehrt einen trockenen Husten. Sonntag kamen eine sehr, sehr laufende Nase und leichte Gliederschmerzen hinzu.

Lästig, aber verschmerzbar. In der Nacht schwitzte ich was weg, am nächsten Morgen wachte ich mit einseitigem Kopfweh auf und dachte: „Na, Rotzerei und eine Migräne obendrauf. Danke, höhere Mächte.“ Nahm Schmerzmittel, frühstückte und machte mich auf zu einem 10-Stunden-Tag Apotheke. Wäre ja peinlich, sich schon wieder krankschreiben zu lassen wegen zwei Lappalien, zumal das Schmerzmittel die einseitigen Kopfschmerzen linderte und ich nicht mal mein echtes Migränemittel hinterschieben musste. Gegen den trockenen Husten hatte ich noch was da, weil meine Nebenhöhlen haben immer trockenen Husten.

Wenn ich den Dienstag ebenfalls eingeplant gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich gebeten, einen Ersatz für mich zu finden, aber wenn ich an den nächsten beiden Tagen ausschlafen konnte? Da hatte ich schon unter erschwerteren Bedingungen gearbeitet. (S.u.) Und konzentriert war ich ja auch.

Außerdem waren von der anderen Berufsgruppe (den Pharmazeutisch-Technischen Assistentinnen) zwei krank, aus einer Filiale würde Ersatz da sein. Da noch ausfallen und alles den Noobs überlassen, die sich in unserer Filiale nicht auskennen? Nicht gut.

Also ich mindestens zweimal die Stunde raus zur Hintertür, Nase putzen und/oder husten, Taschentuch in ein verschlossenes Gefäß, Hände desinfizieren, weiter im Text. Zwischendurch noch mal in die Armbeuge gehüstelt.

Mittwochs war der Spuk bis auf ein bisschen Husten vorbei.

Es stellte sich am Montag drauf raus, dass wenigstens eine meiner beiden PTA-Kolleginnen das gleiche Viehzeug gehabt hatte, bloß heftiger: Gleiche Symptome plus Fieber und extreme Erschöpfung, eine Woche Krankschreibung. Anscheinend hatte uns allen beiden wer am Mittwoch oder Donnerstag den entsprechenden Virus überreicht, aber die andere hatte es ungleich härter getroffen.

Und eine von den Vertretungen hatte sich, wie ich vorgestern erfuhr, wohl bei mir angesteckt und lag zwei Wochen flach.

Keine davon Grippe geimpft. Ich hole mir aber seit fünf Jahren den Piks. Da kann man zwar noch Grippe bekommen, entwickelt aber mildere Symptome.

So mir nichts, dir nichts hatte sich meine lästige Erkältung also als wahrscheinliche Virusgrippe entpuppt.

(Die nächste nachgewiesene Virusgrippe begegnete mir eine Woche später im Notdienst. Die war im Krankenhaus, wurde mit einem Mundschutz entlassen und bekam das entsprechende Mittelchen dagegen, nämlich Tamiflu.)

Wir lernen also zwei Dinge daraus:

Erstens ist das mit der Statistik so eine Sache. Ich hatte in meinem Leben schon öfter etwas, das wahrscheinlich eine Virusgrippe war, aber in Arztpraxen macht niemand einen Test, verteilt keinen Mundschutz und verbietet einem auch nicht, die Großeltern zu besuchen. (Nicht, dass ich auf die Idee gekommen wäre, aber manche sind da eben auch einfacher gestrickt und wissen nicht mal, dass sie ihre Viren verbreiten, wenn sie husten oder auch nur sprechen.)

Quarantäneansage war auch nicht — das vorletzte Mal anno 2018 war ich arbeiten, weil wir sonst ab Mittwoch die Apotheke hätten schließen müssen, und hatte, völlig erschöpft und mit Kreislaufproblemen einen Heidenspaß, die Apothekerkammer zu überzeugen, dass ich den 24-Stunden-Sonntagsnotdienst unter diesen Umständen leider nicht auch noch machen kann.

Zweitens: Mein Schnupfen war der anderen Virusgrippe. Und ich habe in Gegenwart von Menschen über 60 in meinen Ärmel gehustet.Keine Ahnung, wer das Viehzeugs jetzt meinetwegen noch hatte, und wie die damit zurechtgekommen sind.

Das heißt, das nächste Mal bleibe ich bei so extremer Rotzerei daheim: #staythefuckathome.

Das heißt aber auch: Die Zahl der unbekannten Fälle ist viel höher, weil sie ja als „Lappalien“ angesehen sind. Ob nun Virusgrippe oder jetzt Corona. Überall da, wo die Ansteckungskette unbekannt ist, steht eine Person zwischen 20 und 40, die halt mal ein bisschen rumgehustet hat, oder eine Nacht geschwitzt, oder vielleicht sogar beides. Aber ich hab doch kein Fieber! Bin doch nicht krank.

Du bist aber ansteckend, Herzchen.

Und manche Leute müssen deiner Lappalie wegen ins Krankenhaus.

Also halt gefälligst Abstand.

 

 

 

 

Leipziger Buchmesse/LBM 2020 und SARS-CoV-2

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LBM 2017 — eine Weile her …

Sofern das SARS-CoV-2 der ganzen Sache keinen Strich durch die Rechnung macht und ich selbst von andere Viren verschon bleibe, werde ich zur Buchmesse drei Tage in Leipzig weilen.

Bei dead soft in Halle 1, Stand A 301 bin ich für Freitag, 13. März, von 12-13 Uhr eingeplant.

Wenn ich sonst nicht bei diversen Lesungen und feministischen Diskussionsrunden weile, werde ich vermutlich in Halle 2 bei Edition Roter Drache rumlungern (und zu viele Bücher kaufen — Stand K 310-312) …

… oder auch mal PAN e.V. unsicher machen (Halle 2, K 601).

 

Übrigens, ich bin eine von den Irren, die hat keinen Mundschutz daheim, obwohl sie in einer Apotheke arbeitet und hätte welchen kriegen können, als es noch welchen gab.

Bei uns im Laden hat nur eine mitgenommen, die eine kranke alte Verwandte pflegt.

Weil:

1. Davon bleibe ich auch nicht gesund.

Und 2. Wenn ich jemals ansteckend bin und davon weiß, muss ich eh in Quarantäne. Wenn ich nicht weiß, dass ich ansteckend bin, trage ich auch keinen Mundschutz.

Satz mit X also.

Nur weil’s im Fernsehen ist, braucht ihr das nicht auch. Asiatische Touristinnen haben schon anno 2015 in der besten Luft der Welt (Island) Munschutz getragen, da hattet ihr noch nie was davon gehört.

Guckt lieber, dass ihr regelmäßig eure Pfoten wascht, niest und hustet verflucht nochmal in eure Ellenbeuge und nicht in die offene Hand (ich freu mich immer, wenn dann jemand mit seinen Rotzpatschern bei uns in der Apotheke auf den Tresen tappt oder mir Geld damit überreicht/Ironie Ende), haltet eure Schleimhäute feucht (vor allem in Flugzeugen und bei Klimaanlagen), fasst in der Arztpraxis keine Zeitschriften an, etc.

Also eigentlich der ganze Kram, den so ein Mensch die ganze Zeit beachten sollte, aber irgendwie kriegen es nicht nur rebellische Fünfjährige, sondern auch ganz hundsgewöhnliche Erwachsene hin, sich nach der Benutzung eines WCs nicht die Hände zu waschen.

Oh ja, und Deckel beim Spülen runterklappen. Echt, ey.