Linkspämmchen: Berliner Manifest, Blog

Nuvola LGBT flag borderless

Für jene, die es noch nicht kennen, darf ich das Berliner Manifest hier kurz vorstellen – eine Erklärung darüber, dass GSRMs/Menschen aus der LSBTTIQA+ -Buchstabensuppe nicht wünschen, von Rechtspopulist*innen gegen andere Minderheiten ausgespielt zu werden.

Oder: Zum Wettern gegen die „bösen Muslime“ sind wir gut, aber wehe, wir fordern die absolute Gleichbehandlung ein …

(Das Gleiche gilt im Übrigen für Frauenrechte – die werden auch nur so lange verteidigt, wie besagte Gruppen Angst gegen „Ausländer“ schüren können.)

 

In eine völlig andere Richtung geht der Neuroqueer-Blog, geschrieben von Menschen, die sich in der Buchstabensuppe verorten, und außerdem neurodivergent sind. Trotz der unregelmäßigen Updates ist der bisher vorhandene Inhalt mehrere Blicke wert.

Um neuroqueer zu zitieren:

Neurodivergent sind Menschen, die in ihrer „Hirnverdrahtung”, im Funktionieren des Gehirns nicht den „gängigen” Normen entsprechen.

Beispiele sind:

  • Autist_innen

  • ADHSler_innen

  • Menschen mit Depressionen

  • Menschen mit Traumafolgen (PTBS, dissoziative Störungen)

  • Menschen mit Psychoseerfahrung/-erleben

  • Menschen mit Persönlichkeitsstörungen

  • usw.

 

 

 

Linkspämmchen

Einige Fundstücke der letzten Zeit:

Der Zaunfink ist jetzt neu im Reader. Aktuell ist eine Anleitung zur Diskriminierungsumkehr, denn die armen sexistischen Hetero-Cis-Menschen rechnen damit, wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt zu werden, sobald in Deutschland die Ehe für Homosexuelle geöffnet wird.

Es ist offensichtlich wichtiger, den Kindern das Schimpfwort „schwul“ zu lassen, als selbige Blagen darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit mindestens dreiprozentiger Wahrscheinlichkeit zu einer sexuellen oder Gender-Minderheit gehören und es dann gar nicht mehr cool ist, deswegen beschimpft oder bedroht zu werden.

Einige Leutchen geben gern zu, dass sie homophob sind, alle anderen werden behaupten, sie hätten nichts gegen „diese Leute“, und überhaupt, heute ist doch alles gut, und ich weiß gar nicht, was du immer hast.

Dass sich eins unabhängig von der Orientierung auch an die eigene Nase fassen muss, wenn eins in Deutschland kartoffeligen Eigeborenenstatus hat, ist mal wieder hier bewiesen:

Und nein, damit meine ich nicht, dass weiße Menschen abgrundtief böse sind. Das bedeutet lediglich, dass priviligierte Personen einfach kein Interesse daran haben, Privilegien abzugeben. Sie erkennen sie ja nicht mal als solche an. Das macht Rassismus zu keinem individuellen, sondern strukturellen Problem.

Nota bene: Das Problem ist universell. Geschimpft wird, dass die Meinungsfreiehit beschnitten wird, dabei sieht es doch so aus, dass mittlerweile gelegentlich Personengruppen zu Wort kommen, die früher gar nix zu melden und sich gefälligst zu schämen hatten. Wenn jetzt geringfügig Platz für Meinungen gemacht wird, die nicht weiß, männlich oder heterosexuell sind, ist Drama wegen vorgeblicher Zensur.

Lichtblick: Mein Geek-Herz erfreut haben einige Überarbeitungen von Comic- und Game-Heldinnen. Weniger sinnfreie Bikinis und „stech das Messer hier rein“-Öffnungen, dafür mehr Charakterisierung. Auch bei Figuren, die ich gar nicht kannte, ist mir teilweise die Kinnlade runtergefallen, was alles ginge, und wie hübsch die auf einmal sind.

Und, um des lieben Blödsinns willen, noch ein wichtiger Hinweis für Wesen, die dauernd oder zeitweise in Flaschen leben.