Nicht zum Prekariat …

… gehört meineeine.

Ich weiß auch nicht, ob diejenige freischaffende Journalistin, die mich am letzten Samstag besuchen sollte, und das zugehörige Kamerateam sich zu den prekär arbeitenden Menschen zählen.

2005-11 stempeluhr

Aber fest steht, dass die drei oben genannten Menschen sich einen Tag reserviert hatten, um Aufnahmen von mir zu machen und ein Interview mit mir zu führen. Die Journalistin hatte für ein längeres Vorgespräch mit mir telefoniert, Flugtickets bzw. Bahnkarten gekauft, mit dem Kamerateam die Logistik besprochen … dienstags und mittwochs.

Am Donnerstag fiel dann dem ZDF bzw. einer von diesem beauftragten Produktionsfirma ein (die Quelle war hier leider nicht sehr genau), dass das doch nichts wird mit dem Thema, und stattdessen ein anderes gesellschaftspolitisches Thema drankommt (ich weiß leider nicht, was, und ob ich die Aufmerksamkeit gerne abtrete).

Donnerstags also die Absage. Zwei Tage vor einem Termin, der seit zwei Wochen feststeht, und der, wohlgemerkt, recht eilig gemacht wurde. Also Juli ginge auf keinen Fall mehr, das sei zu spät, sagte die Dame von der Produktionsfirma.

Nun ja. Ich hoffe, irgendwer muss die eigenen Worte (also, den Bullshit) essen, wie das auf Englisch so schön heißt.

Den monetären Verlust, den ich durch einige Stunden Vorbereitung  hatte, durch zwei längere Telefonate und die erforderliche Kommunikation mit der Tanztruppe, die ebenfalls erscheinen sollte, kann ich nicht beziffern, da ich als Autorin nicht nach Stunden bezahlt werde.

Fest steht: Ich hätte in den geschätzten drei bis vier Stunden Vorbereitung auch mindestens drei bis vier Normseiten Roman tippen können. Oder mich um diesen Blog und/oder das Marketing bereits erschienener Romane kümmern können.

Das Kamerateam und die Journalistin, die von solchen Aufträgen tatsächlich leben müssen, wissen sicher besser, wie viel Geld sie verloren haben, und ich hoffe, dass in ihrem Vertrag eine Klausel steht, die derartige kurzfristige Absagen wenigstens etwas abmildert.

Trotzdem: Eine sollte meinen, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender nicht nur sendungsbewusst tut, sondern seiner gesellschaftlichen Verantwortung auch sonst etwas gerechter wird.