Paradox/andauerndes Schweigen

Poetin_von_Pompeji

Ich habe ja die letzte Zeit nicht besonders viel hier von mir vermelden lassen. Unter anderem stehen noch ein paar Gedanken zu einer Podiumsdiskussion bei der Buchmesse aus, die ich gehört habe.

Meine Gedanken kreisten in den letzten Monaten leider vermehrt um meinen Hauptberuf — nicht, weil so viel zu tun gewesen wäre (war es allerdings auch), sondern weil mir einige ungelöste Konflikte schwer im Magen lagen. Allgemein blankliegende Nerven wegen einer leichten Unterbesetzung und vier Wochen Überstunden meinerseits, deren Abfeiern zunächst auf unbekannt vertagt wurde, sorgten dafür, dass ich seit Oktober auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch ging. Ich war nicht mehr in der Lage, das tägliche Auf und Ab abzufedern, ganz zu schweigen von schwierigen Kunden und den eben vorhandenen Konflikten im Team. Nebenbei zwei, drei undurchdachte Entscheidungen meinerseits, die mit mehr Schlaf vielleicht nicht getroffen worden wären: Dadurch wachten einige schlummernde Drachen auf, die besser nicht gekitzelt worden wären.

Tatsächlich habe ich offline so viel darüber rumgemosert (also geschimpft), dass ich mir schon selbst nicht mehr zuhören wollte.

Jedenfalls haben die aufsummierten Unannehmlichkeiten nun dafür gesorgt, dass ich gekündigt habe und zunächst in ein selbstfinanziertes Sabbatquartal gehen werde. Ansonsten wären es wahrscheinlich zum Herbst eine Krankschreibung und Stresshelferlein namens Antidepressiva geworden. Und ich nehme keine verschreibungspflichtigen Sachen als Lifestyle-Drug.

Falls also wer ein Lektorat braucht, bitte melden.

Mich erstaunt, dass ich diesen Hauptberuf, der mir seit einem knappen Jahr so was von auf die Nerven ging, auf einmal wieder gern ausübe — auch wenn’s jetzt vorläufig nur noch ein paar Wochen sind. Was ein gelöster Konflikt alles bewirken kann …

 

LBM 2018

Nicht mehr lange hin bis zur Buchmesse. Derzeit bin ich noch mit Grippesymptomen an die Wohnung gefesselt, das gibt sich aber hoffentlich bald wieder.

Dieses Jahr trefft ihr mich, so die Höheren Mächte, die Drei, die Götter oder sonst wer es zulassen und die Druden mich nicht zwischendrin holen …

…bei Dead Soft:

Bild könnte enthalten: 1 Person, Text

Ganz sicher werde ich am Donnerstag, den 15. März, von 15 bis 16 Uhr, in Halle 5, Stand E 211 sein. Falls wer da keine Zeit hat, plane ich am Samstag ab 17 Uhr anwesend zu sein.

… Oder bei der Edition Roter Drache. Diese wird in Halle 2, J 318 zu finden sein. Hier habe ich noch keine Standzeiten.

Last Minute hat sich noch eine Lesung ergeben:

Ich unterstütze am Freitag, 16.03. um 20 Uhr die Drei Damen vom Thrill (Anja Bagus, Sonja Rüther und Isa Theobald) beim TheaterPACK in der Kohlgartenstr. 51, Leipzig. (Online-Ticket-Shop, Facebookveranstaltung)

Ansonsten gilt, falls das nicht passt: Bitte einfach hier, auf Facebook oder per Mail melden, dann machen wir was aus.

Jinntöchter: Brandneu

Hervorgehoben

cover jinntoechter

Diesmal keine Gay Fantasy, sondern ein Märchen.

Und: Eine Geschichte über das Geschichtenerzählen.

Worum geht’s?

Vor fünfundzwanzig Jahren haben die Helgen aus dem Norden das Land Iradoun eingenommen, doch dessen Reichtümer sind ihnen nicht mehr genug: Die nordischen Besatzer gieren nach den Schätzen südlich der Wüste. Gleichzeitig bereiten königstreue Verschwörer einen Aufstand vor und verbünden sich dafür mit einem Jinn. Dieser Jinn jedoch verfolgt seine eigenen Ziele.

In diesen Zeiten der Wirren und Verschwörungen lebt die Hure Maya, die sich nichts sehnlicher wünscht, als eine eigene Familie zu haben. Die Politik um sie herum ist ihr dabei gleichgültig. Erst als sie dem entlaufenen Zwangsarbeiter Khamer bei der Flucht vor den Besatzern ihrer Heimat hilft, begreift sie, dass sie sich den Intrigen nicht länger entziehen kann.

Noch ahnt niemand, dass in ihr ein Geheimnis schlummert, auf das es einer der Verschwörer besonders abgesehen hat.

Jinntöchter
K_ein orientalisches Märchen
338 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-946425-41-0

Leseprobe, Teaser Trailer 1

Kaufen beim Verlag, beim großen A, bei Thalia, oder bei einer anderen Buchhandlung Ihres Vertrauens.

Ausführliche Rezension bei Lovelybooks.

Und wer neugierig auf den Anfang ist, lese gleich weiter.

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Jinntöchter: Cover und Leseprobe

cover jinntoechter

Wie bereits angekündigt: Ich hab da was geschrieben, und der Rote Drachen hat ein geniales Cover dafür entwerfen lassen.

Zur garantiert kalorienfreien Appetitanregung, Wartezeitüberbrückung und Aufwärmung beim derzeit ungemütlichen Wetter hätte ich außerden einen kleinen Happen:

Ungefähr zur selben Zeit durchschritten die helgischen Soldaten mit ihren Gefangenen das Tor von Taqat. Khamer, dem mittlerweile das Hemd am Leib klebte, meinte, gleich ohnmächtig zu werden.

 

Das Seil war immer noch nicht ganz durchtrennt. Dabei konnte er von hier aus die weiß verputzten Mauern des Palastes sehen.

Dann ein Halt mitten auf der Straße. Ein zweispänniges Fuhrwerk rumpelte ihnen entgegen, beladen mit Balken aus gelbem Holz, das ungewöhnlich, aber angenehm roch. Der Kutscher, ein dicker Helge, rief den Soldaten einen Gruß zu, offenbar kannte er einen von ihnen.

Während die Shubkhin ein Gespräch führten, säbelte Khamer weiter an seinen Fesseln herum. Endlich zerfaserten die letzten Stränge Hanf. Vorsichtig wand Khamer seine Hände frei und rannte los.

Den Weg aus der Stadt versperrte das Fuhrwerk, also duckte er sich in die nächstbeste Gasse nach Osten. Balken spannten sich etwas über Kopfhöhe zwischen den Hausmauern und hielten so beide Gebäude davon ab, einzustürzen.

Hinter ihm wurden Rufe laut, doch auf den Pferden konnten die Helgen ihm nicht folgen. Khamer schlug Haken, benutzte einen Esel, der Gemüseabfälle fraß, als Leiter über eine Mauer, kletterte auf der anderen Seite des winzigen Hinterhofs an einer Dattelpalme empor und fand sich auf einer breiteren Straße wieder, die nach wenigen hundert Schritten auf den Blutplatz traf.

Über die Straße, in die nächste Gasse, umschauen. Weiter südlich einer der Reiter, wahrscheinlich auf dem Weg zum Osttor, um die Wachen zu warnen.

Also der Gasse folgen, zum Nordtor, das war für Reiter am langsamsten zu erreichen. Zu schnell um die Ecke, noch eine Straße, einem Pferd fast vor die Füße fallen, in die braunen Augen des Mannes blicken, der Khamer die ganze Zeit in den Nacken gestarrt hatte. Zift.

Khamer duckte sich zurück, nahm eine andere Abzweigung. Hufschlag auf dem trockenen Boden hinter ihm. „Bleib stehen, du Ungeheuer!“

Noch eine Gasse. In ein Haus ohne Tür, das vor Ruß starrte und frisch verbrannt roch – schwarz weiß grün auf dem Boden, ein von den Helgen geschleifter, verbotener Tempel für die Drei. In einen verwüsteten Innenhof, über eine weitere Mauer auf eine Straße, um eine Ecke, in eine Sackgasse. Eine Frau, die gerade eine Haustüre aufschloss. An ihr vorbei in schattige Deckung.

So schattig, dass Khamer kaum etwas sah. Er blieb stehen, atmete durch, bis seine Augen sich an das Zwielicht gewöhnten. Ein Empfangszimmer? Kniehohe Sitzkissen und Truhen drängten sich an allen Wänden, mitten im Raum standen zwei niedrige Tische aus Zedernholz, links führte eine offene Türe in einen anderen Raum, und geradeaus versperrte eine weitere Tür den Weg nach draußen. Durch einen dunkelblauen Vorhang fiel ein bisschen Licht, dahinter befand sich wohl ein Fenster.

Etwas kribbelte in seinem Nacken. Die Frau wartete in der offenen Türe auf die Gasse und schaute ihn an. An ihrer rechten Hand schwang eine lederne Umhängetasche, ihre linke hatte den Träger gegriffen, als sei sie bereit, ihm eins überzuziehen.

Sie trug einen hellgrünen Mantel und ein passendes Kopftuch, aber keinen Schleier. Ihre Augen hatten die gleiche Farbe wie sehr unreife Zitronen.

Jinnaugen. Das Gesicht dazu war oval, mit einem olivfarbenen Hautton, der geradezu danach verlangte, gestreichelt zu werden. Nur, um zu sehen, ob das samtige Aussehen hielt, was es versprach.

Khamer blinzelte den Gedanken beiseite.

Höfliche Gäste klopfen, bevor sie hereinkommen.“ Sie starrte ihn weiterhin an, die Tasche nahm Schwung auf, und ihm wurde heiß vor Verlegenheit.

Bitte vergib mir, je naha’it.“ Khamer wollte sein Shekh richten, aber da war, wie immer, kein Stoff. Überhaupt – bei Nikra, er trug nur seine Hosen und ein kurzärmeliges Hemd, das die Helgen ihm überlassen hatten. Unanständig. Würde die Frauen nur ablenken. Seine Mutter hätte ihm niemals erlaubt, so vor das Zelt zu treten.

Warum bist du hier?“

Die Türe war offen“, sagte er und wollte sich sofort dafür ohrfeigen. Stattdessen zog er den Kopf ein. „Verzeihung, je naha’it.“

Sie antwortete nicht, aber er wagte nicht, sie anzusehen, und zwang sich, nicht mit den Füßen zu scharren wie ein reumütiges Kind.

Die Helgen. Ich bin auf der Flucht vor ihnen.“

Hm.“

Sie haben die Karawane meiner – die Karawane überfallen und mich verschleppt und … Ich will nur zurück nach Hause.“

Wieder machte sie „hm“, aber wenigstens stellte sie die Tasche ab, schloss die Türe und schob einen Riegel davor. „Du bist von den Yeldin?“

Ja, je naha’it.“

Maya“, sagte sie. „Setz dich.“

 

Amtliches

cover

Da begegnete ich mit knapp vierhundert zum ersten Mal in meinem Leben einem Elfen – und dann war es einer, der fast allen Klischees den Mittelfinger zeigte. Kein klangvoller Name mit „el“ drin, kein mystisch aussehender Schmuck, keine beeindruckenden Kleider. Nur die spitzen Ohren und die Arroganz, die passten.

Ich habe eine Weihnachtsgeschichte geschrieben und noch ein paar mehr lektoriert.

Zu finden ist alles von Humor bis Horror, von Zuckerwatte bis Blutwurst … Außerdem gibt es einige versalzene Suppen, wie sich das für gute Geschichten gehört. Das Cover war zum Zeitpunkt seiner Erstellung prophetisch, da es entworfen wurde, weit bevor Herr Lindner die Jamaika-Koalitionsverhandlungen platzen ließ.

Weihnachten und andere Amtsangelegenheiten“ ist derzeit nur vom frisch aus dem Ei geschlüpften Bundeslurch-Verlag zu beziehen.

Regenbogen-Buchstabensuppen-Stories

Regenbogen_400x600_72dpi

Sogar zwei Kurzgeschichten von mir haben es in diese Anthologie geschafft, die es vorerst aber nur als E-Buch beim infernalischen A zu beziehen gibt, Kindle Unlimited sei verflucht.

Ich habe ein L und ein A zur Buchstabensuppe beigetragen.

Kostprobe:

> huhu, annika!

Ach, Mist. Da loggt eine sich für zwei Minuten bei Facebook ein, um ein Gefälligkeits-Like zu verteilen, und dann merkt das ausgerechnet diejenige, die nichts von chilligen Freitagabenden auf der Couch hält. Dabei hat der heutige Abend perfekt angefangen: Mein Flo ist unterwegs, erst Vorglühen und dann Typen aufreißen. Ich muss also mit niemandem reden oder positive Vibes ausstrahlen.

Soll ich mich totstellen oder unfreundlich sein?

Sommer zum Lesen

Cover_Sommer_2017

Jana Walther suchte nach einer Sommeranthologie nach ihrem Geschmack und fand keine, also rief sie nach Geschichten.

Ich schickte das Äquivalent eines Raffaelos zum Lesen ins Rennen.

„Treffpunkt Siegessäule“ und neun andere Geschichten voll warmer Tage, kurzer, lauer Nächte, von zuckrig bis bittersüß, sind nunmehr als E-Buch erhältlich bei z.B. Amazon und Bookrix.

Häppchen:

Die Konkurrenz ist schon anwesend, als ich die Absperrung erreiche: muskulöse Einszweiundsiebzig, die alpinweißen Flügel nicht unter einem Glamourzauber verborgen, sondern mit einem silbrig glitzernden Geschirr als Teil des Kostüms getarnt. Unter der Julisonne flittern Köcher und Bogen mit den Riemen um die Wette, auch wenn die Umstehenden die Bewaffnung sicher nicht wahrnehmen können. Die Konkurrenz hat Sommersprossen auf der Nase und den nackten Schultern, und kurze, dunkelblonde Haare – genau die richtige Mischung zwischen sexy und dem perfekten Schwiegersohn.

Ein Amoretto, auch Cupido genannt.

Nicht zu verwechseln mit dem Getränk, das auch von innen süß ist und nicht nur so aussieht …

 

Und noch eine Lesung …

Mein lokaler Verein für Schreibende stellt die Neuerscheinungen des Frühjahrs vor, und, Überraschung, dazu gehört der Albenzauber.

Wer mag und Zeit hat, kann fünf andere und mich am Freitag, den 19. Mai ab 16:30 Uhr im Walter-Geiger-Haus hören. (Westl. Karl-Friedrich-Str. 180, 75172 Pforzheim, Foyer Ebene 3)

 

 

Alben ohne Amazonen gefällig?

Albenzauber 640ptNunmehr sind BoD und Bookrix in die Puschen gekommen.

Albenzauber gibt’s zum Anfassen oder als E-Buch jetzt auch bei Thalia. Elektronische Versionen sind über Bookrix und damit auch zahlreiche andere Kanäle beziehbar.

Wer eins mit Widmung braucht, schreibe mir, ich verschicke gegen Vorkasse.

Das nächste Mal was auf die Ohren gibt’s in Mainz beim Queer-Gelesen-Festival am Sonntag, den 23. April.