Bald weihnachtet es.

Und daher ist beim Himmelstürmer-Verlag das Buch „Pink Christmas 8“ erschienen.

Es ist eine Story von mir drin: „Raue Nächte“.

Weder mein Titel noch der Inhalt passen so richtig zum Cover. Da mir kein rosa Flausch einfiel, entstand eine nachdenklich-düstere fantastische Story, die, Eigenlob, bei den Rezensent*innen ganz gut ankam. (Und ein Ace enthält. Wie könnte es anders sein.)

Der Hund schoss davon, bellte, dass seine Stimme fast überschlug, und verschwand auf den Waldweg hinter dem Haus, bevor Micha sich wieder aus dem feuchten Gras aufgerappelt hatte.
Die Welt schwankte ein wenig, als er ihr hinterherstapfte. „Buffy!“, brüllte er. „Du Dreckstöle! Komm sofort wieder her!“
Das half natürlich alles nichts. Buffy bellte weiter, die fremden Köter kläfften, dazu wieherte ein Pferd.
Welcher verfluchte Idiot ritt bei diesem Wetter im Wald?
Micha hätte Buffy entgegen aller Ermahnungen einfach in den Garten pinkeln lassen sollen.
Er beschleunigte, um den Hund einzufangen. Wenigstens gab sie Laut und trug das Leuchthalsband.
Kaum, dass er den Waldrand erreichte, verklang das Bellen der fremden Hunde. Selbst der Wind brauste nicht mehr so grauenvoll. Nur Buffy kläffte aus unmittelbarer Nähe. Als Micha dem Weg um ein Brombeerdickicht folgte, fand er sie auch schon. Sie und eine Person auf dem Boden.
Er eilte dazu und ging neben dem Mann in die Hocke. Der Typ trug einen dunklen Rauschebart, lange Haare und ein beschissenes Wikingerkostüm. An dem Helm fehlten bloß noch die Hörner, um das Klischee perfekt zu machen.
„Hallo“, sagte Micha. Rüttelte den Fremden an der Schulter, was dieser mit einem Stöhnen quittierte. Immerhin lebendig und nicht bewusstlos.
Irgendeiner dieser heidnischen Spinner, der heute Nacht was auch immer im Wald getrieben hatte? Vielleicht vom Pferd gefallen war?
Und Micha hatte das Handy im Haus gelassen. Ganz prima.
Wieder rüttelte er den Fremden an der Schulter. „Können Sie mich hören?“
Der Fremde drehte den Kopf und blinzelte Micha an. Selbst im Licht des LED-Halsbandes erkannte Micha bezaubernd grüne Augen und ein seliges Lächeln.
Hübscher Kerl unter dem Bart und dem Dreck.
Etwas stach ihn ins Herz: Das, was ihn anzog, war genau das, was er auch an Luca begehrt hatte.

N bissl Kitsch für zwischendurch: Die A-Karte

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Worum geht’s?

Wie soll man als Inkubus einen asexuellen Juristen verführen? Es ist nicht ganz einfach, im Auftrag der höllischen Heerscharen einen Spitzel fürs Bundesverfassungsgericht zu werben, wenn die betreffende Zielperson so gar kein Interesse an den Avancen eines Dämons zeigt. Um diese sprichwörtliche A-Karte in einen Trumpf zu verwandeln, muss der Inkubus Andreas seine Methoden hinterfragen und seine lang verdrängte romantische Ader wieder ausgraben.
Eine queer-romantische Fantasykomödie nicht nur für Nerds.

Zu kaufen derzeit nur bei den Kollegen vom Versandhandel (TM).

Wie unten ersichtlich, handelt es sich nicht nur um eine Komödie, sondern auch um Spaß mit Formaten. Weil ein Printsatz daher doch ein bisschen aufwendig ist, ist der für den Januar projektiert, wenn die Kindle-Select-Sache ausläuft und ich festgestellt habe, dass das Interesse groß genug ist.

Leseprobe:

Sonntag, 7. Mai 2017

Kühl und regnerisch

„Die Unten trauen dir nichts zu“, raunte Ulrich vom anderen Sessel her. „Meine Zielperson ist wenigstens glücklich verheiratet.“

Ich, meines Zeichens Inkubus im Dienste der höllischen Heerscharen, blätterte demonstrativ eine Seite weiter in der Akte über besagte neue Zielperson und widmete dem neidischen Kommentar meines Kollegen keine Aufmerksamkeit.

Luzia Morgenstern, unsere Vorgesetzte, zog es wie immer vor, die Stichelei zu überhören, und nahm einen Schluck von ihrem Mokka.

Tatsächlich schien dieser Benedikt Niehaus laut Akte ein leichter Fang für die Firma: Mitte dreißig, neu in der Stadt, Single. Sein extravaganter Kleidungsstil – grauer Anzug, gelbes Hemd, schmale Krawatte mit eingewebtem Lurex – wies darauf hin, dass er wohl eher einen Mann denn eine Frau suchte. Trotz der Hipsterhornbrille mit passendem Undercut trug er keinen Bart, was ich sehr angenehm fand.

Typischerweise hatte es die Rechercheabteilung aber beim Nötigsten belassen und delegierte den Rest an das Bodenpersonal. Die Unten wussten wohl, dass es sonst noch langweiliger wäre.

„Gibt es noch Unklarheiten, meine Herren?“ Luzias völlig schwarze Augen blickten mich über den Rand ihrer Mokkatasse hinweg an und schienen direkt in meine Seele zu schauen – oder in das, was eben stattdessen in meinem Inneren vorhanden war, denn die Seele hatte ich bei meiner ersten Begegnung mit Luzia vor knapp vierhundert Jahren verkauft. Oder besser gesagt, ich hatte sie an den Boss verpfändet.

„Gibt es ein Zeitfenster?“, fragte Ulrich. Der machte den Job sogar noch länger als ich und brauchte sowohl den Druck als auch den Wettbewerb, um seine Arbeit interessant zu finden. In seiner Freizeit frönte er mehreren gefährlichen Hobbys, unter anderem Basejumping.

Um Luzias Augen kräuselte sich die Haut zu einem winzigen Lächeln. Natürlich wusste sie, was wir dachten. „Ich meine, das ergibt sich von selbst.“

Ulrich nickte. Was auch immer in der Akte stand: Er strahlte, als hätte Luzia eigens für ihn einen neuen Extremsport erfunden. Auch ich fand mein Zeitfenster logisch: Sinnvollerweise sollte ich den jungen Mann umgarnen, bevor er hier in der Stadt Anschluss fand.

„Also dann. Bis nächsten Sonntag, meine Herren.“

Damit löste sich Luzia samt Mokkatasse in schwarzen Rauch und Schwefelgestank auf.

Ich verpackte die Akte über Benedikt Niehaus in meinen Rucksack, während Ulrich seine demonstrativ liegen ließ und sich gleich aus dem niedrigen Ledersessel wuchtete. „Kollege“, sagte er und tippte sich an die Stirn. Mit etwas gutem Willen konnte ich das als einen Salut statt einer Beleidigung auslegen.

Kindereien eben.

Ich folgte Ulrich aus dem Büro in einen hell erleuchteten Flur und von da aus auf die Straße. Der Kollege hatte sein hochgetuntes Motorrad wie immer direkt vor dem Haus im Parkverbot abgestellt. Ich hingegen hatte wegen des Regens auf mein Fahrrad verzichtet und schlenderte mit Schirm zur nächsten Straßenbahnhaltestelle.

Zwei Minuten später röhrte Ulrich entgegen der Einbahnstraße an mir vorbei, ohne Helm selbstverständlich.

Der Ärmste.

Zwar lästerte er immer über die mir zugewiesenen Aufgaben und überhäufte mich auch sonst mit Sticheleien, aber das war nur der Neid. In meinem Vertrag gab es nämlich eine Klausel über die Auflösung desselben. Dass die Bedingung eintreten würde, war unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto, aber immerhin: Ohne meine blauen Augen hätte mich Luzia nicht so dringend bei den Heerscharen haben wollen, dass sie sich auf so etwas einließ. Angeblich waren Blauäugige vom Schicksal begünstigt und seltener verbittert genug, um ihre Seele dem Teufel zu verschreiben. Und ihnen wurde mehr Glauben geschenkt.

Mein Telefon pingte dezent. Ich grub es aus meiner Hosentasche. Werbung für preisreduzierte E-Bücher von den Kollegen aus dem Versandhandel. Unter den Vorschlägen war ausnahmsweise Science Fiction, die interessant klang, also lud ich die Kurzgeschichte herunter.

Ein Umweg über ein lauschiges Café, eine heiße Schokolade zum Aufwärmen und etwas Leckeres zu lesen, das wäre jetzt nicht verkehrt. Einerseits … ich blickte zum wolkenverhangenen Himmel, dann auf die Uhr. Halb zwölf mittags. Eigentlich sollte ich mich in Richtung der Wohnung meiner neuen Zielperson schwingen und diese ausspionieren. Die Zeit drängte, etc.

Andererseits waren zehntausend Wörter in einer guten halben Stunde gelesen, und Singles saßen bekanntlich alle sonntags einsam in ihren Wohnungen. Ob ich den Benedikt Niehaus um zwölf oder um eins bei seinem Wochenendblues erwischte, war gleichgültig.

― ― ― ― ―

Gruppe asKA

Jonah:

Hiermit will ich Benedikt willkommen heißen. :)

 

Benedikt:

Vielen Dank für die Aufnahme. ^^

 

Sanja:

Huhu! Wie schön. <Kuchenstück >

Wo wir gerade bei ungesunden Kalorien sind: Kuchen im Gold irgendwer?

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Benedikt Niehaus lebte im vierten Stock eines stylischen Neubaus, dessen südliche Fensterfront auf ein ebenso ultramodernes und ultraökologisches neues Viertel der ehrwürdigen Fächerstadt Karlsruhe blickte. Auf der erhöhten Promenade hinter dem Haus, von der Stadt und Architekten behaupteten, es sei eine Esplanade, flanierten daher trotz des Wetters zahlreiche Hipster.

Bei der Wohnung meiner Zielperson handelte es sich um einen Glaskäfig mit kleinem Balkon, dessen Tür offenstand. Da drin herrschte anscheinend jeden Tag Tropenfeeling. Entsprechend kühl fiel die Einrichtung aus: weiße Wände, weiße Bücherregale und, sehr sympathisch, ein Poster mit Captain Picard von der Enterprise.

Damit war klar, wohin uns das erste nächtliche Treffen führen würde.

Plötzlich trat Benedikt Niehaus höchstselbst auf den Balkon, weshalb ich den Kopf senkte und ihn nur noch aus dem Augenwinkel beobachtete. Er trug das kanariengelbe Hemd, in dem ihn die Rechercheabteilung erwischt hatte, ein dunkelgraues Sakko und einen Trilby in der passenden Farbe. Roger Cicero sei Dank, der kleine Hüte aus der modischen Versenkung geholt hatte. Benedikt Niehaus schaute zum Himmel, zuckte mit der Nase, spielte mit seinem Handy und verschwand dann nach drinnen, um die Balkontür mit einem endgültigen Geräusch zu schließen. Jemand hatte wohl eine Verabredung.

Gut? Schlecht?

Ich stand auf und nahm die nächste Möglichkeit, um die Nordseite des Blocks zu erreichen. Als Benedikt Niehaus, beschützt von einem antiquierten Stockschirm, an der nächsten Ampel die Kriegsstraße überquerte, schlenderte ich hinterher. Da er recht groß war und dank seiner Erscheinung auffiel, hätte ich ihn selbst in einer völlig überlaufenen Fußgängerzone an einem Samstagmittag gut verfolgen können.

Es ging tiefer in die Oststadt, offensichtlich vom Handy navigiert, bis wir nach einer viertel Stunde Spaziergang ein hipsterüberladenes Café namens Gold erreichten. Drinnen waren alle Tische besetzt. Auf einem davon stand eine Spardose in Form eines Kuchenstücks, und auf diese steuerte meine Zielperson zu. Das kitschige Porzellanteil schien als Lotse zu fungieren. Zwei Leute erhoben sich, als sie die Annäherung bemerkten. Eine der beiden trug … etwas Flatteriges.

Mit einem „Nett, Sie kennenzulernen“-Lächeln schüttelte Benedikt Niehaus beiden die Hand. Wenigstens war es kein romantisches Date. Oder? Heutzutage konnte man sich da auf nichts mehr verlassen.

Weil ich unentschlossen vor der Glastür stand, warf mir eine Bedienung einen fragenden Blick zu. Sollte ich mich hineinwagen?

Aber drinnen lief Musik, außerdem müsste ich mich an denselben Tisch setzen, wenn ich über all den anderen Gesprächen etwas Verwertbares erfahren wollte. Lieber drehte ich eine Runde um die nächste Ecke und kehrte unsichtbar wieder zurück.

Jetzt konnte ich mir ungestört an der Scheibe die Nase platt drücken.

Mittlerweile nippten die drei an ihren Getränken. Es war eine recht bemerkenswerte Runde. Neben Benedikt in seinem schnieken gelben Hemd gab es eben das Wesen mit dem pastellig-feenhaften Flatterkleid. Die junge Frau trug ein hennarotes Rattennest auf dem Kopf und zahlreiche Armreifen mit keltischen Knotenmotiven. Sie gestikulierte viel und ausladend.

Der andere junge Mann, mittelgroß und mit beginnender Plauze, wirkte dagegen unscheinbar in schwarzen Hosen und ebensolchem Band-T-Shirt. Dazu eine Nerdbrille. Obwohl seine Kringellocken darauf hinwiesen, dass er einen Schwarzen Menschen in der näheren Ahnenlinie hatte, wirkte er blass. Er hatte seine Haare zu einem kurzen Zopf im Nacken zusammengebunden, lies: Ich habe keine Lust, mich um das Gestrüpp zu kümmern. Dieser Mann machte sicher irgendwas mit Computern und ernährte sich todsicher von zu viel Pizza.

Das Gespräch schien recht angeregt zu verlaufen, entgegen der Erwartungen, die man an eine solch gemischte Gruppe haben sollte. Irgendetwas wurde auf einem Telefon herumgezeigt. Eine Runde Kuchen folgte, der unter Grinsen fotografiert wurde, bevor die drei sich darauf stürzten.

Erst nach fast vier Stunden zahlten sie. Das Mädchen im Flatterkleid umarmte beide Männer und entschwebte zu einem Fahrrad. Als sie an mir vorbeiging, hörte ich ihre Armreifen klimpern.

Die beiden Männer schlenderten, einträchtig nebeneinander unter dem altmodischen Schirm, in Richtung des KIT, der durch den MIT-ähnlichen Titel upgegradeten Universität. Fetzen einer Lästerei über den letzten Star-Wars-Film wehten zu mir herüber. An der Haltestelle südlich des Campus stieg der Mann in Schwarz in eine Straßenbahn, und meine Zielperson trat wiederum einen vom Handy navigierten Fußmarsch nach Hause an.

Worüber hatten Menschen vier Stunden lang zu reden, die sich noch nie getroffen hatten? Außer Star Wars?

Andererseits war die moderne Welt ein seltsamer Ort – wer wusste, ob sie sich nicht im Internet verabredet hatten. Ob der genaue Treffpunkt ein Online-Bonsaiclub, ein Fetischforum oder eine Literaturgruppe gewesen war, sah man den Leuten aus der Ferne selten an.

Meine Zielperson jedenfalls kaufte sich passend zum Outfit Sushi zum Mitnehmen und verschwand in ihrer Wohnung.

Da mich meine klamme Kleidung mittlerweile unangenehm an Dinge erinnerte, die ich lieber vergessen wollte, nahm ich die nächste Straßenbahn zu meiner Wohnung auf der anderen Seite der Innenstadt.

Dort holte ich selbstgemachte Lasagne aus dem Tiefkühlfach und warf die Mikrowelle an, um sie aufzutauen.

Gegen halb elf machte ich es mir auf meinem Sitzsack bequem, schloss die Augen und suchte die Träume des Benedikt Niehaus.

Überraschung zur Asexual Awareness Week 2018

Dieses Jahr beginnt die Asexual Awareness Week am Sonntag, den 21. Oktober.

Exakt an dem Tag sollte bei den Kollegen vom Versandhandel (TM) ein farblich und thematisch passendes Schätzchen online gehen:

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Wenn ich präsentieren darf: Die A-Karte. Eine queer-romantische Fantasykomödie nicht nur für Nerds.

Wie soll man als Inkubus einen asexuellen Juristen verführen? Es ist nicht ganz einfach, im Auftrag der höllischen Heerscharen einen Spitzel fürs Bundesverfassungsgericht zu werben, wenn die betreffende Zielperson so gar kein Interesse an den Avancen eines Dämons zeigt. Um diese sprichwörtliche A-Karte in einen Trumpf zu verwandeln, muss der Inkubus Andreas seine Methoden hinterfragen und seine lang verdrängte romantische Ader wieder ausgraben.

Ganz Eilige können schon mal vorbestellen. Menschen, die ein Print haben wollen oder nicht bei den Kollegen vom Versandhandel (TM) lesen möchten, müssen hoffen, dass meine Coverkosten wieder reinkommen und, für den Fall, dass dies eintritt, sich 90 Tage gedulden, danach wird das Schätzchen aus dem Kindle-Select-Programm fallen.

Bei so was fühlt sich eine dann doch, als hätte sie einen Vertrag in Blut unterschreiben … ist halt ein Experiment. Also das mit dem Kindle Select, dem Vertrag mit den Kollegen vom Versandhandel (TM) und dem Inhalt.

Kleine aktuelle Stunde

 

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Derzeit arbeite ich neben Lektoraten fremder Bücher auch an etwas, das hoffentlich im Laufe der Asexual Awareness Week das Licht der Welt erblickt und zunächst bei den Kollegen vom Versandhandel erhältlich sein wird. Nebenbei zerbreche ich mir den Kopf über den Klappentext.

Sämtliches amtliches Gedöns findet sich auch beim Weihnachtsmarkt des Bundesamts für magische Wesen.

Geburtshelferin war ich übrigens bei diesem Projekt hier. Wenn also wer Lust auf eine nicht so heterosexuelle Detektivin und ein paar Werwölfe hat …

Außerdem sind drei Anthologien mit Beiträgen von mir in der Mache, Näheres jeweils bei Erscheinen im Dezember respektive Frühjahr.

 

 

Albenherz: Last, but not least …

Hervorgehoben

Dead Soft hat’s leider gerade nicht so mit rechtzeitigen Ankündigungen und so was, daher wurde von mir unbemerkt vor zwei Tagen das E-Buch von „Albenherz“ veröffentlicht. Für den Print müssen wir uns noch eine Woche gedulden.

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Das große A hat die Variante für Kindle, der Verlag den Rest.

Worum geht’s?

Nach einem Schiffbruch im letzten Herbst erinnert sich Cassius weder an seinen richtigen Namen noch an seine Herkunft. Trotzdem schlägt er sich erfolgreich als Gladiator durch und genießt sein neues Leben. Doch dann entkommt er nur knapp einem Mordversuch durch eine Zauberin. Der ebenso geheimnisvolle wie attraktive Magier Marron beschützt ihn. Da Cassius sich in seinem früheren Leben Feinde gemacht hat, bietet ihm Marron ein Geschäft an: Er wird dafür sorgen, dass Cassius sein Gedächtnis wiedererlangt. Im Gegenzug soll dieser Marron helfen, dessen Mutter zu befreien, die als politische Geisel festgehalten wird — und an deren Entführung Cassius angeblich beteiligt war. Halb aus schlechtem Gewissen, halb aus Begehren stimmt er zu.

Albenherz ist der vorläufig letzte Band des Alben-Universums und kann — wie jeder Band ohne „2“ drauf — unabhängig vom Rest gelesen werden.

Leseprobe

Cassius lag im Sand, spürte die Klinge seines Gegners im Nacken und bereute, heute Morgen aufgestanden zu sein. Vom Rand des Übungsplatzes hallte der Applaus von etwa zwei Dutzend Leuten herüber.

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Lesung bei der ComicCon Stuttgart

Diverse Kleinverlage sind bei der Comic Con in Stuttgart vertreten, darunter auch die Edition Roter Drache.

Ich habe einen Leseslot bekommen, und zwar am Sonntag, den 1. Juli um 16 Uhr. Den Rest des Tages werde ich wohl immer wieder beim Roten Drachen am Stand rumhängen – falls wer mich treffen will, bitte melden.

Das Programm der Messe findet ihr hier, am Samstag kann ich die bezaubernden Kolleginnen Isa Theobald und Anja Bagus empfehlen.

Paradox/andauerndes Schweigen

Poetin_von_Pompeji

Ich habe ja die letzte Zeit nicht besonders viel hier von mir vermelden lassen. Unter anderem stehen noch ein paar Gedanken zu einer Podiumsdiskussion bei der Buchmesse aus, die ich gehört habe.

Meine Gedanken kreisten in den letzten Monaten leider vermehrt um meinen Hauptberuf — nicht, weil so viel zu tun gewesen wäre (war es allerdings auch), sondern weil mir einige ungelöste Konflikte schwer im Magen lagen. Allgemein blankliegende Nerven wegen einer leichten Unterbesetzung und vier Wochen Überstunden meinerseits, deren Abfeiern zunächst auf unbekannt vertagt wurde, sorgten dafür, dass ich seit Oktober auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch ging. Ich war nicht mehr in der Lage, das tägliche Auf und Ab abzufedern, ganz zu schweigen von schwierigen Kunden und den eben vorhandenen Konflikten im Team. Nebenbei zwei, drei undurchdachte Entscheidungen meinerseits, die mit mehr Schlaf vielleicht nicht getroffen worden wären: Dadurch wachten einige schlummernde Drachen auf, die besser nicht gekitzelt worden wären.

Tatsächlich habe ich offline so viel darüber rumgemosert (also geschimpft), dass ich mir schon selbst nicht mehr zuhören wollte.

Jedenfalls haben die aufsummierten Unannehmlichkeiten nun dafür gesorgt, dass ich gekündigt habe und zunächst in ein selbstfinanziertes Sabbatquartal gehen werde. Ansonsten wären es wahrscheinlich zum Herbst eine Krankschreibung und Stresshelferlein namens Antidepressiva geworden. Und ich nehme keine verschreibungspflichtigen Sachen als Lifestyle-Drug.

Falls also wer ein Lektorat braucht, bitte melden.

Mich erstaunt, dass ich diesen Hauptberuf, der mir seit einem knappen Jahr so was von auf die Nerven ging, auf einmal wieder gern ausübe — auch wenn’s jetzt vorläufig nur noch ein paar Wochen sind. Was ein gelöster Konflikt alles bewirken kann …

 

LBM 2018

Nicht mehr lange hin bis zur Buchmesse. Derzeit bin ich noch mit Grippesymptomen an die Wohnung gefesselt, das gibt sich aber hoffentlich bald wieder.

Dieses Jahr trefft ihr mich, so die Höheren Mächte, die Drei, die Götter oder sonst wer es zulassen und die Druden mich nicht zwischendrin holen …

…bei Dead Soft:

Bild könnte enthalten: 1 Person, Text

Ganz sicher werde ich am Donnerstag, den 15. März, von 15 bis 16 Uhr, in Halle 5, Stand E 211 sein. Falls wer da keine Zeit hat, plane ich am Samstag ab 17 Uhr anwesend zu sein.

… Oder bei der Edition Roter Drache. Diese wird in Halle 2, J 318 zu finden sein. Hier habe ich noch keine Standzeiten.

Last Minute hat sich noch eine Lesung ergeben:

Ich unterstütze am Freitag, 16.03. um 20 Uhr die Drei Damen vom Thrill (Anja Bagus, Sonja Rüther und Isa Theobald) beim TheaterPACK in der Kohlgartenstr. 51, Leipzig. (Online-Ticket-Shop, Facebookveranstaltung)

Ansonsten gilt, falls das nicht passt: Bitte einfach hier, auf Facebook oder per Mail melden, dann machen wir was aus.

Jinntöchter: Brandneu

cover jinntoechter

Diesmal keine Gay Fantasy, sondern ein Märchen.

Und: Eine Geschichte über das Geschichtenerzählen.

Worum geht’s?

Vor fünfundzwanzig Jahren haben die Helgen aus dem Norden das Land Iradoun eingenommen, doch dessen Reichtümer sind ihnen nicht mehr genug: Die nordischen Besatzer gieren nach den Schätzen südlich der Wüste. Gleichzeitig bereiten königstreue Verschwörer einen Aufstand vor und verbünden sich dafür mit einem Jinn. Dieser Jinn jedoch verfolgt seine eigenen Ziele.

In diesen Zeiten der Wirren und Verschwörungen lebt die Hure Maya, die sich nichts sehnlicher wünscht, als eine eigene Familie zu haben. Die Politik um sie herum ist ihr dabei gleichgültig. Erst als sie dem entlaufenen Zwangsarbeiter Khamer bei der Flucht vor den Besatzern ihrer Heimat hilft, begreift sie, dass sie sich den Intrigen nicht länger entziehen kann.

Noch ahnt niemand, dass in ihr ein Geheimnis schlummert, auf das es einer der Verschwörer besonders abgesehen hat.

Jinntöchter
K_ein orientalisches Märchen
338 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-946425-41-0

Leseprobe, Teaser Trailer 1

Kaufen beim Verlag, beim großen A, bei Thalia, oder bei einer anderen Buchhandlung Ihres Vertrauens.

Ausführliche Rezension bei Lovelybooks.

Und wer neugierig auf den Anfang ist, lese gleich weiter.

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Jinntöchter: Cover und Leseprobe

cover jinntoechter

Wie bereits angekündigt: Ich hab da was geschrieben, und der Rote Drachen hat ein geniales Cover dafür entwerfen lassen.

Zur garantiert kalorienfreien Appetitanregung, Wartezeitüberbrückung und Aufwärmung beim derzeit ungemütlichen Wetter hätte ich außerden einen kleinen Happen:

Ungefähr zur selben Zeit durchschritten die helgischen Soldaten mit ihren Gefangenen das Tor von Taqat. Khamer, dem mittlerweile das Hemd am Leib klebte, meinte, gleich ohnmächtig zu werden.

 

Das Seil war immer noch nicht ganz durchtrennt. Dabei konnte er von hier aus die weiß verputzten Mauern des Palastes sehen.

Dann ein Halt mitten auf der Straße. Ein zweispänniges Fuhrwerk rumpelte ihnen entgegen, beladen mit Balken aus gelbem Holz, das ungewöhnlich, aber angenehm roch. Der Kutscher, ein dicker Helge, rief den Soldaten einen Gruß zu, offenbar kannte er einen von ihnen.

Während die Shubkhin ein Gespräch führten, säbelte Khamer weiter an seinen Fesseln herum. Endlich zerfaserten die letzten Stränge Hanf. Vorsichtig wand Khamer seine Hände frei und rannte los.

Den Weg aus der Stadt versperrte das Fuhrwerk, also duckte er sich in die nächstbeste Gasse nach Osten. Balken spannten sich etwas über Kopfhöhe zwischen den Hausmauern und hielten so beide Gebäude davon ab, einzustürzen.

Hinter ihm wurden Rufe laut, doch auf den Pferden konnten die Helgen ihm nicht folgen. Khamer schlug Haken, benutzte einen Esel, der Gemüseabfälle fraß, als Leiter über eine Mauer, kletterte auf der anderen Seite des winzigen Hinterhofs an einer Dattelpalme empor und fand sich auf einer breiteren Straße wieder, die nach wenigen hundert Schritten auf den Blutplatz traf.

Über die Straße, in die nächste Gasse, umschauen. Weiter südlich einer der Reiter, wahrscheinlich auf dem Weg zum Osttor, um die Wachen zu warnen.

Also der Gasse folgen, zum Nordtor, das war für Reiter am langsamsten zu erreichen. Zu schnell um die Ecke, noch eine Straße, einem Pferd fast vor die Füße fallen, in die braunen Augen des Mannes blicken, der Khamer die ganze Zeit in den Nacken gestarrt hatte. Zift.

Khamer duckte sich zurück, nahm eine andere Abzweigung. Hufschlag auf dem trockenen Boden hinter ihm. „Bleib stehen, du Ungeheuer!“

Noch eine Gasse. In ein Haus ohne Tür, das vor Ruß starrte und frisch verbrannt roch – schwarz weiß grün auf dem Boden, ein von den Helgen geschleifter, verbotener Tempel für die Drei. In einen verwüsteten Innenhof, über eine weitere Mauer auf eine Straße, um eine Ecke, in eine Sackgasse. Eine Frau, die gerade eine Haustüre aufschloss. An ihr vorbei in schattige Deckung.

So schattig, dass Khamer kaum etwas sah. Er blieb stehen, atmete durch, bis seine Augen sich an das Zwielicht gewöhnten. Ein Empfangszimmer? Kniehohe Sitzkissen und Truhen drängten sich an allen Wänden, mitten im Raum standen zwei niedrige Tische aus Zedernholz, links führte eine offene Türe in einen anderen Raum, und geradeaus versperrte eine weitere Tür den Weg nach draußen. Durch einen dunkelblauen Vorhang fiel ein bisschen Licht, dahinter befand sich wohl ein Fenster.

Etwas kribbelte in seinem Nacken. Die Frau wartete in der offenen Türe auf die Gasse und schaute ihn an. An ihrer rechten Hand schwang eine lederne Umhängetasche, ihre linke hatte den Träger gegriffen, als sei sie bereit, ihm eins überzuziehen.

Sie trug einen hellgrünen Mantel und ein passendes Kopftuch, aber keinen Schleier. Ihre Augen hatten die gleiche Farbe wie sehr unreife Zitronen.

Jinnaugen. Das Gesicht dazu war oval, mit einem olivfarbenen Hautton, der geradezu danach verlangte, gestreichelt zu werden. Nur, um zu sehen, ob das samtige Aussehen hielt, was es versprach.

Khamer blinzelte den Gedanken beiseite.

Höfliche Gäste klopfen, bevor sie hereinkommen.“ Sie starrte ihn weiterhin an, die Tasche nahm Schwung auf, und ihm wurde heiß vor Verlegenheit.

Bitte vergib mir, je naha’it.“ Khamer wollte sein Shekh richten, aber da war, wie immer, kein Stoff. Überhaupt – bei Nikra, er trug nur seine Hosen und ein kurzärmeliges Hemd, das die Helgen ihm überlassen hatten. Unanständig. Würde die Frauen nur ablenken. Seine Mutter hätte ihm niemals erlaubt, so vor das Zelt zu treten.

Warum bist du hier?“

Die Türe war offen“, sagte er und wollte sich sofort dafür ohrfeigen. Stattdessen zog er den Kopf ein. „Verzeihung, je naha’it.“

Sie antwortete nicht, aber er wagte nicht, sie anzusehen, und zwang sich, nicht mit den Füßen zu scharren wie ein reumütiges Kind.

Die Helgen. Ich bin auf der Flucht vor ihnen.“

Hm.“

Sie haben die Karawane meiner – die Karawane überfallen und mich verschleppt und … Ich will nur zurück nach Hause.“

Wieder machte sie „hm“, aber wenigstens stellte sie die Tasche ab, schloss die Türe und schob einen Riegel davor. „Du bist von den Yeldin?“

Ja, je naha’it.“

Maya“, sagte sie. „Setz dich.“