Über Carmilla DeWinter

Carmilla DeWinter schreibt Phantastik und verque(e)re Texte.

Jungfrau, Mutter, Vettel, Ass?

Ich war im Juli in der Medienlandschaft präsent. (SpOn, Baby.)

CH-NB-Kartenspiel mit Schweizer Ansichten-19541-page057Jedenfalls wurde ich mal wieder danach gefragt, was ich in den vergangenen zwanzig Jahren sexuell so erlebt habe, und ich habe wie immer keine detaillierte Antwort gegeben.

Andere interviewte Menschen aus dem asexuellen Spektrum mögen das anders sehen (winkt), aber von mir gibt es prinzipiell keine Detailauskünfte. Vielleicht habe ich auf einem Konzert mit wem rumgemacht, vielleicht auch nicht. Vielleicht habe ich mich auf einer Fete aus Neugier betrunken abschleppen lassen, vielleicht auch nicht. Vielleicht habe ich nichts zu berichten, vielleicht auch nicht. Vielleicht hab ich etwas getan, auf das ich nicht besonders stolz bin, vielleicht aber auch nicht.

Es sollte eigentlich egal sein.

Oder? Es ist 2018.

Wenn wer freiwillig aus seiner/ihrer sexuellen Vergangenheit erzählt, dann finde ich das völlig in Ordnung und teils sogar bewundernswert. Denn einige sind mit Details großzügig, um unsicheren und fragenden Menschen zu versichern, dass das nicht nur ihnen so geht/ging.

Und wenn eine nicht mit Details rausrückt?

Dann sollte eins nicht danach fragen. Weil’s den Rest der Welt nichts angeht. Was ich getan oder nicht getan habe, ist sowieso je nach Gusto der Lesenden entweder zu viel, um noch als asexuell durchzugehen, oder zu wenig, um zu beweisen, dass ich versucht habe, „normal“ zu sein.

Abgesehen davon scheint es mir, dass Frauen mehr diesbezügliche Dinge gefragt werden. Mag auch daran liegen, dass in einschlägigen Interviews meistens Frauen  zu Wort kommen.

Insgesamt aber habe ich das nagende Gefühl, dass diese Gesellschaft sich immer noch auf einem geradezu mittelalterlichen Niveau dafür interessiert, ob, wie oft, wie und mit wem Menschen mit Gebärmutter ihre Geschlechtsteile benutzen. Um dann zu bewerten, ob es zu oft, zu selten, mit der richtigen Person (Notiz: es darf nur eine gleichzeitig sein) und in einer derzeit akzeptablen Weise stattfindet und ob zu wenige oder zu viele Kinder dabei rausgekommen sind.

Dabei leben wir nicht mehr im Mittelalter.

Es gibt mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Welt. Wir könnten im Grunde ein paar weniger gebrauchen, vor allem von denen, die per Gewohnheitsrecht jede noch so kurze Strecke mit dem Auto fahren, täglich tote Viecher essen und jedes Jahr mindestens eine Flugreise unternehmen. (Eigene Nase? Ich? Wo? … Habe außerdem den nagenden Verdacht, dass die Verfechter:innen des herbeifantasierten „reinen deutschen Blutes“ sowas ahnen und auch deswegen gegen Schulaufklärung sind.)

Die Menschheit stirbt nicht mehr aus, wenn ein paar gebärfähige Menschen gar nicht oder nur zum Vergnügen poppen und keine Kinder haben.

Ehrlich nicht.

Ob’s nun aus Profession Neugierige sind oder der Rest der Republik, der beleidigt ist, wenn wer nicht mit den Infos rausrückt, und auf jeden Fall die, die meinen, ein Recht darauf zu haben, über fremde Gebärmuttern zu bestimmen: Entspannt euch mal.

Nachtrag: Über Minderheiten schreiben

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Zum Thema „Frauen schreiben M/M-Texte“, über das ich mir und andere sich ebenfalls schon die Köpfe heiß geredet haben, zunächst ein Zitat.

Gefunden in der Meta-Fanfic „The Fallen Son“ von radialarch. Das Teil ist leider nur für Menschen mit AO3-Konto einsehbar.

(…) and as a queer person i can’t help feeling that i’m being — sensationalized, almost, that my queerness is being used as a marketing tool.

like, the people involved with this movie aren’t gay (i guess i should say as far as we know, but.) and it almost rubs me the wrong way that they’re able to profit from queerness while not being impacted by any consequence of it.

Zu deutsch etwa:

(…) und als queerer Mensch fühle ich mich beinahe, als würde mit mir — Effekthascherei betrieben, dass mein Queer-Sein als eine Vermarktungsstrategie benutzt wird.

Jedenfalls, die Leute, die an diesem Film beteiligt sind, sind nicht homosexuell (ich sollte wohl sagen, soweit wir wissen, aber.) und es stört mich fast, dass sie vom Queer-Sein profitieren können, ohne mit den Konsequenzen leben zu müssen.

Einerseits: Ich kann das Gefühl verstehen. Zumal die mir bekannten Geschichten über Männer, die Sex mit Männern haben, selten, dann aber extrem treffsicher an der queeren Wirklichkeit vorbeizielen. Oder exakt das Vorurteil zum Plot haben, gegen das du dich in der Aufklärungsarbeit vehement verwehrst. (Und manchmal das mit der informierten Zustimmung nicht so genau nehmen, weil’s sexy ist – meine persönliche No-go-area.)

Andererseits: Derzeit sind wir als Minderheiten noch drauf angewiesen, dass Allys (Verbündete) uns unterstützen. Nicht nur, indem sie Geschichten schreiben, sondern auch, indem sie aus einer Machtposition heraus Geschichten eine Chance zur Veröffentlichung geben, die der heilen „Alle sind Hetero“-Welt widersprechen.

Wir müssen außerdem feststellen: Nicht alle Autor*innen von Gay-Sonstwas sind heterosexuell. (Die, die ich kenne: Winkt.) Die wenigsten reden allerdings so fleißig drüber wie ich.

Und selbst, was die mir bekannten Familienmütter angeht: Solange ich nicht frage, kann ich nur vermuten. Bisexualität und Pansexualität sind nicht eindeutig darstellbar, genauso wenig wie A_sexualität. Du musst drüber reden, sonst wirst du nicht gesehen.

Außerdem ist das M/M-Ding (und auch Fanfiction) was, das beinahe ausschließlich von Frauen für Frauen produziert wird, und zum Teufel mit dem, was Männer denken: So was ist auch in dieser angeblich so aufgeklärten Welt ohne Sexismus ein Affront.

Um Francesca Coppa aus dem Vorwort des „Fanfiction Reader“ zu zitieren:

One of the most derided figures in Western culture is the woman in sweatpants watching television and eating ice cream out of the carton, and I’ve often thought about why that woman is so detested. I think it’s because she is not objectified in that moment. She is not dressed to please. That woman is enjoing herself …

In etwa:

Eine der meistverspotteten Figuren der westlichen Kultur ist die Frau im Jogginganzug, die fernsieht und Eiscreme direkt aus dem Karton isst, und ich habe oft darüber nachgedacht, warum diese Frau so verabscheut wird. Ich denke, es liegt daran, dass sie in diesem Moment kein Objekt ist. Sie hat sich nicht angezogen, um jemandem zu gefallen. Diese Frau hat einfach nur ihren Spaß …

Und irgendwo zwischen einer entsetzten Männerwelt, die nicht verwinden kann, dass es in manchen Geschichten nur am Rande um ihre Befindlichkeiten geht, und niemals darum, ihr zu gefallen, zwischen dem poltischem Unverstand mancher Schreibender und dem Wunsch nach Repräsentation von Minderheiten liegt dann wohl irgendwo die jeweils individuelle Wahrheit.

Was nicht heißen soll, dass ich meine werten Kolleg*innen aus ihrer Verantwortung entlassen werde. Wenn mir was nicht passt, mecker ich … wozu hab ich den Blog?

„Neoliberal“ für Dummies und Heid*innen

Auf der Buchmesse in Leipzig und der ComicCon umschlich ich unter anderem „Aussen – Asgard – Tag“ von Axel Hildebrand und nenne ein Printexemplar nun schon seit jener Con mein eigen.

Hier ist der Anfang des Klappentextes:

„Ordnung trifft Chaos – Beschützer der Menschen trifft Chaosbringer – Thor trifft Loki – zwei Götter, die unterschiedlicher nicht sein können.
Nicht selten sind die beiden, die durch die Blutsbruderschaft Lokis mit Odin von Amts wegen her Onkel und Neffe sind, vor den Toren von Asgard unter sich. Und dabei kommen sie ins Gespräch über dieses und jenes in Midgard und Asgard und werfen so manche philosophischen Fragen auf …“

Neben einigen Sachen, die nur lustig sind, fand ich auch den Neoliberalismus eloquent erklärt, nämlich im Kapitel „Yoga“. Ich zitiere mal ab Seite 175 unten:

THOR

Der große Vorteil ist auch noch: Weniger Verantwortung für uns.

LOKI

(interessiert) Ach …?

THOR

Ehrlich. Weil der Kern von dem Esoterik-Gesumse ist immer: Egal, was dir passiert … du hast es dir selbst so ausgesucht.

Das gilt aber derzeit nicht für Esoterik-Gesumse allein.

Neoliberalismus ist auch, wenn dir alle einreden, dass du dein Glück nicht nur schmieden, sondern es aus nichts machen kannst. Dass du dich nur genug anstrengen musst, weil logisch niemand auf den alterhergebrachten, gewohnten Privilegien sitzt und diese mit Zähnen und Klauen verteidigt.

Sie reden dir ein, dass jede Krankheit entsteht, weil du dich falsch ernährt hast oder die falsche mentale Einstellung zum Leben hattest. Und wenn du mit den zunehmend nervigen Arbeitsbedigungen allerorten Probleme hast, dann mach doch bitte in Achtsamkeit, statt die Arbeitsbedingungen zu kritisieren.

In den elf Jahren, seit ich das erste Mal in einer Apotheke gearbeitet habe, hat sich der bürokratische Zeitaufwand verdoppelt. Und das ist bestimmt nicht das einzige Arbeitsfeld, in dem es mehr um Controlling, Abrechnung und Formulare als um das geht, was mensch eigentlich gelernt hat. (Hallo, liebe Ärzt*innen, Pflegende, etc.) Nebenbei frisst die ach so gerühmte Flexibilität ihre Kinder und produziert Alterseinsamkeit und schlechte Pflege.

Aber wir sind alle nicht tiefenentspannt genug. Eindeutig.

 

I survived Pride Cologne 2018

 

DasTenna hat darüber in Farben gedichtet.

Ich hab hier ein paar Bilder von der Parade und in der oberen Reihe vom Warten darauf. @aces_NRW und ein paar Leute vom Bonner Stammtisch hatten Schilder vorbereitet und die Truppe angemeldet. Zuerst brutzelten wir als Nummer 110 von 133 an der Deutzer Freiheit drei bis vier Stunden in der Sonne (je nach Zeitpunkt des Eintreffens), bis das Ende vom Zug sich endlich in Bewegung setzte. Dann schlängelten wir uns fast vier Stunden lang durch die Kölner Innenstadt, immer beschallt von den „Jecke People zeigen Flagge“. Trotz des Lärm eine nette Truppe, die diverse Mitlaufende und ihre Wagenengel mit Wasser versorgte.

Wir verteilten Flyer an Menschen mit fragenden Blicken und an einige quietschende Aces im Publikum auch Aufkleber. Haben für zahlreiche Fotos posiert.

Wir hatten Unterstützung von vier Allys, von denen trotz der Hitze drei bis zum Schluss durchhielten.

Fazit: Es war schön, aber anstrengend, und eine Freude, so viele nette Leute kennenzulernen.

 

 

Comic Con, Stuttgart 2018

Also, die Lesung war so lala, weil die Leseinsel nicht gut geplant war. Sie zog fußmüde Menschen an, die aber, sagen wir mal, sich eben ausruhen wollten und nicht zugelabert werden. Weshalb ich dann so nach 25 Minuten mangels Publikum die Segel strich. Hinter der kleinen Bühne liefen mehr Menschen vorbei, gleichzeitig stand die Insel so mitten im Gang, dass sie den Durchgangsverkehr blockierte und damit den Anrainern wahrscheinlich Umsatz abgrub.

Der Rest war nett: Ich traf Anja Bagus, Holger Much, DoJoerch (meinen Cover-Artist von Jinntöchter), Marc Hamacher vom Leseratten-Verlag, und logisch meinen Verleger von der Edition Roter Drache. Oben zu sehen ein paar Impressionen von dem Stand, den sich mein Verlag mit dem Amt für Aetherangelegenheiten und Holger Much teilte. Außerdem ein havarierter TIE-Fighter mit einer Wesenheit, die ihn auszuschlachten gedenkt, und mein Marvel-Liebling Bucky Barnes mit der genialsten Schusswaffennachbildung des Tages.

Der Kuchen und die Identität

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Ich habe erst gestern ein paar Sätze von mir in einem Buch gefunden, in dem ich sie nicht erwartet hätte. Das Buch heißt „Feministisch streiten“. Es ist eine Aufsatzsammlung aus dem Querverlag. (Ich finde deren Sachbücher manchmal sehr nett, auch wenn sie noch nix über Asexualität machen wollen.)

Ich zitiere aus der Einführung von Koschka Linkerhand über „Das politische Subjekt Frau“, Seite 37/38 der ersten Auflage:

Der stetige, unreflektierte Wechsel von Identitätskritik und alternativer Identitätsfindung führt dazu, dass eine entlastende, nachsichtige, auch humorvolle Distanz zur eigenen Identität kaum mehr möglich ist. Identitäten müssen hautnah sitzen oder ausgewechselt werden. Das zeigt sich beispielhaft im Glossar von AVEN, eine Plattform für Asexuelle. Dort heißt es zum Begriff Kuchen (…) als asexuelles Symbol (…): „Entstanden aus dem Witz, dass Asexuelle lieber Kuchen als Sex mögen. Deswegen sollte sich aber niemand genötigt fühlen, Kuchen zu essen. Es gibt auch Asexuelle, die keinen Kuchen mögen.“

Zur Sicherheit: Gut, dass es AVEN gibt und dass Asexuelle hier Austausch finden. Aber bedenklich ist, dass ernstlich ausgeführt werden muss, dass ein zufälliges und ironisches subkulturelles Symbol nicht zum bezeichnenden Inhalt der asexuellen Identität gehört. Das heißt, es gehört durchaus dazu — aber es kann in bestimmten Einzelfällen davon abgesehen werden, ohne dass die asexuelle Identität komplett infrage gestellt wird.

Also, das Zitat im Zitat stammt aus der alten Broschüre von AktivistA und ist in der neuen wieder aufgelegt. Bei der Neuformulierung des FAQs 2012/13 kam die Idee auf, für Neulinge ein paar Insidersachen zu erklären, die zu diversen Witzen und Blognamen geführt haben. Ich habe diese Sätze damals geschrieben.

Logisch hätte ich es bei der Erklärung des Witzes belassen können, aber ich fand den Hinweis „nicht alle Asexuellen mögen Kuchen“ damals ganz witzig, da ich ja wusste, wie viel Kuchen ich seit meiner Anmeldung im AVEN-Forum konsumierte: Auch nicht mehr als vorher.

Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass irgendwer das Symbol als Aufforderung nehmen könnte, grundsätzlich mehr süßes Gebäck zu konsumieren. Oder sich gar seltsam zu fühlen, weil derjenigen Person Salzstangen viel besser schmecken als Torte oder sie gar: keine Meinung dazu hatte.

Ich könnte das Missverständnis jetzt witzig finden — meine humorvolle Distanz zu einem zufälligen Symbol und damit der eigenen Identität wird als Beispiel genommen, dass solche Distanz nicht mehr möglich ist.

Nun ist es aber so, dass vor ein paar Jahren eine Diskussion hochkochte, was eigentlich „asexuelle Kultur“ sei. Und wie manche Leute diverse Serien als Bestandteil derselben vorschlugen, wohingegen andere protestierten, dass sie sich aus der Community ausgeschlossen fühlten, weil sie weder zu Sherlock noch Doctor Who eine Meinung hatten.

Drücken wir es mal so aus: Serien ohne explizit asexuelle Figur als Teil der asexuellen Kultur (sofern diese überhaupt existiert) hochzuhalten, ist schon reichlich wagemutig. Andere von oben herab zu behandeln, weil sie ebenjene Serien nicht kannten, mochten, keinen Zugriff darauf hatten: Was zum Henker geht in manchen Leuten vor?

Ich konnte mich anno 2015 nur am Kopf kratzen, dass das überhaupt diskutiert wurde, und fühlte mich mit meinen damals 34 auf einmal sehr alt. Es erinnerte mich an die Leserbriefe in der Rock Hard von 2000, ob nun jemand, der nur zu einem Konzert Kutte und Band-T-Shirts trägt, ein echter Metalhead sei oder „fake“. Mit neunzehn hatte ich dazu noch eine Meinung, wenn auch keine Kutte, mittlerweile störe ich mich an derartigem tribalistischem Gedöns ums „wahre Fan“-Sein. Wobei das Wort „Fan“ hier gerne durch jeden anderen Identitätsbegriff ersetzt werden darf.

Anscheinend herrschte in Falle der „asexuellen Kultur“ eine „Ganz oder gar nicht“-Mentalität, oder ein Glaube, dass, wenn wir schon alle so verschieden sind, dass manche Leute hundert Wörter für die Nuancen brauchen, wir wenigstens das gleiche Zeug mögen müssen.

Völlig Banane, um einen Lieblingsspruch meines damaligen Co-Autors zu zitieren.

Aber offensichtlich ein Problem.

Nun gibt es ja Leute, die Identität überhaupt doof finden und bei jeder passenden Gelegenheit über trans mit Sternchen und so was lästern und eine jederzeit ermahnen, das mit der „(Selbst-)Bezeichnung“ aus dem Sprachgebrauch zu streichen.

Die Argumentation geht irgendwie in folgende Richtung und kommt aus der Semiotik, also der Zeichenlehre:

Beschreibe ich mich selbst als asexuell, ist das eben eine Beschreibung, die mich mit anderen Dingen eben beschreibt (wie „Schriftstellerin“, „färbt sich die Haare rot“ etc.).

Bezeichne ich mich, markiere ich mich damit selbst als zur geanderten Gruppe gehörig und mache mich damit den anderen so Bezeichneten gleich. Dadurch müsste ich mit dem kompletten Konvolut der Identität/Subkultur leben, die dann eine eindeutige Postionierung zum Thema Kuchen und Doctor Who erforderlich machen würden.

Andererseits kommen wir bei der Formierung von Gruppen, die politsch etwas bewirken wollen, nicht um eine Identität herum. Ich rücke eine gemeinsame Eigenschaft zahlreicher Individuen in den Vordergrund. Ich führe aus, welche Ausschlusserfahrungen und Abwertungen diese Menschen aufgrund dieser Eigenschaft gemeinsam haben. Ich arbeite daran, andere Menschen darauf hinzuweisen, dass Ausschlussmechanismen und Abwertungen existieren und im zweiten Schritt diese Mechanismen zu verringern.

Und nun kommt der Witz: Ich verstehe die ganze Aufregung nicht so richtig, weil Identität für mich doch ein bisschen komplexer ist. Nämlich eine Antwort auf die Frage: „Wer bin ich?“ Und damit kann sie sich im Laufe der Zeit ändern.

Die Antwort enthält sowohl politische Identifizierungen wie „Frau“, „asexuell“, „mit Gesundheitsberuf“, „Schriftstellerin“ (ja, ja, das ist politisch, nicht zuletzt wegen des „-in“ am Wortende), als auch Selbstbeschreibungen, die teilweise mit den politischen Identifizierungen überlappen. Weil sie beschreiben, wie ich andere Menschen betrachte, worauf ich achte, womit sich ein Großteil meiner Gedanken beschäftigen, wo ich mich in dieser Gesellschaft einordne.

Ich finde es schon reichlich seltsam, wenn irgendwer glaubt, aus meinen politischen Identifizierungen darauf zu schließen, dass ich daraus meine komplette Identität ziehen muss. Oder dass ich anderen Leuten vorschreiben will, wie deren Ausdruck einer gleichlautenden Identität auszusehen habe.

Aber es gibt offenbar Leute, für die es einen größeren Widerspruch darstellt, wenn sich Teile der Selbstbeschreibung und der eigenen Erfahrungen mit den (vorgeblichen) Forderungen der politischen Identifizierung nicht decken. Egal, ob dieser „Makel“ bei ihnen oder bei anderen festzustellen ist.

Erklärt mir jemand, wie wir aus diesem Dilemma wieder rausfinden?


 

Für diejenigen, die sich für die Mindestanforderungen für Asexualtiät interessieren:

  1. Asexuelle Menschen empfinden keine sexuelle Anziehung und/oder kein Verlangen nach sexueller Interaktion.
  2. Asexuell ist, wer sich selbst so beschreibt.

Heißt: Fremddiagnosen sind nicht zulässig, auch wenn Punkt 1 objektiv auf eine Person zutrifft. Genauso darf eine Person sich als asexuell beschreiben, obwohl Punkt 1 nicht exakt zutrifft.

Der Kuchen stammt von Galadnilien.

Albenherz: Last, but not least …

Hervorgehoben

Dead Soft hat’s leider gerade nicht so mit rechtzeitigen Ankündigungen und so was, daher wurde von mir unbemerkt vor zwei Tagen das E-Buch von „Albenherz“ veröffentlicht. Für den Print müssen wir uns noch eine Woche gedulden.

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Das große A hat die Variante für Kindle, der Verlag den Rest.

Worum geht’s?

Nach einem Schiffbruch im letzten Herbst erinnert sich Cassius weder an seinen richtigen Namen noch an seine Herkunft. Trotzdem schlägt er sich erfolgreich als Gladiator durch und genießt sein neues Leben. Doch dann entkommt er nur knapp einem Mordversuch durch eine Zauberin. Der ebenso geheimnisvolle wie attraktive Magier Marron beschützt ihn. Da Cassius sich in seinem früheren Leben Feinde gemacht hat, bietet ihm Marron ein Geschäft an: Er wird dafür sorgen, dass Cassius sein Gedächtnis wiedererlangt. Im Gegenzug soll dieser Marron helfen, dessen Mutter zu befreien, die als politische Geisel festgehalten wird — und an deren Entführung Cassius angeblich beteiligt war. Halb aus schlechtem Gewissen, halb aus Begehren stimmt er zu.

Albenherz ist der vorläufig letzte Band des Alben-Universums und kann — wie jeder Band ohne „2“ drauf — unabhängig vom Rest gelesen werden.

Leseprobe

Cassius lag im Sand, spürte die Klinge seines Gegners im Nacken und bereute, heute Morgen aufgestanden zu sein. Vom Rand des Übungsplatzes hallte der Applaus von etwa zwei Dutzend Leuten herüber.

Weiterlesen

Draußensitzen

Es ist zwanzig vor zehn, als ich losgehe. Es dämmert schon, außerdem sorgt ein Wolkenschleier für trübes Licht. Es hat neunzehn Grad. An diesem Donnerstagabend begegnet mir nur ein Mann mit Boxerhund, der sich mit einem Typen in einem tiefergelegten Benz unterhält. Der Benz hält dazu mitten auf der Straße. Niemand sonst kann es seltsam finden, dass ich bei diesem Wetter eine knallpinke Softshelljacke unter dem Arm trage. Ich spaziere an menschenleeren Vorgärten vorbei.

Hinter dem Wohngebiet beginnt der Wald. Ich ziehe den üblichen Bogen für einen Spaziergang bis zu einer Bank, die direkt gegenüber einer hohen Eiche steht. Die Eiche ist geschätzte hundert Jahre alt und besitzt ein Kind, das sie fast umarmt. In unmittelbarer Nachbarschaft haben Stürme oder Forstwirtschaft die meisten hohen Bäume entfernt, sodass ich große Stücke des hellgrauen Himmels sehe. Dahinter und außenrum wuchern kürzere Buchen, Tannen, Fichten, eine Robinie und reichlich Brennnesseln.

Hier ist es so kühl, dass ich in die Jacke schlüpfe, bevor ich mich auf der Bank niederlasse.

Es ist laut. Von mindestens einer Richtung weht das Röhren der Autos auf der Autobahn her, die sich aus dem Enztal wieder in die Höhe kämpfen. Ein Großbetrieb im Gewerbegebiet auf dem Berg brummt unablässig. Zahlreiche Vögel unterhalten sich von Baumkrone zu Baumkrone. Ich tippe auf Amseln und Buchfinken, vielleicht auch die eine oder andere Nachtigall. Trotz der eleganten Tonfolgen klingt das alles bitterernst: „Hau endlich ab aus meinem Revier“ werfen sie sich wohl an den Kopf.

Die Fledermäuse, die das Eichenduo umschwirren, würde ich so oder so nicht hören. Sie flattern und flirren über meine zwei Stücken hellen Himmel. Eine Mücke sirrt zehn Zentimeter über meiner Nase durch die Luft.

Irgendwann verschwimmt alles zu Grautönen. Nach und nach verstummen die Vögel. Jetzt knackt es deutlich im Unterholz hinter mir, ich bilde mir ein, die Bäume beim Wachsen belauschen zu können. Etwas knirscht minutenlang bedrohlich wie eine Baumaschine, bevor ein Radfahrer mit Mountainbike und Stirnlampe über den hellen Kiesweg brettert.

Keine Ahnung, ob er mich wahrnimmt.

Einige Zeit später sehe ich die ersten Trolle – hellerleuchtete Fratzen weit hinter den Fledermauseichen. Ich schüttele den Kopf, die Fratzen verschwinden – es waren nur die Nadelbäume, die sich vor dem Rest hellen Himmels abgezeichnet haben.

Bevor mich noch mehr Sinne täuschen oder gar die Alben mich ärgern, stehe ich auf und spaziere heimwärts. Nach zehn Schritten umschwirrt mich das erste Glühwürmchen. Die schönen Irrlichter schweben dutzendweise auf den nächsten hundert Metern. Grün leuchtende Punkte tanzen über den Weg, über den Brennnesseln und verstecken sich halb hinter hüfthohen Buchen.

Ich verkneife mir, eins zu fangen.

GluehwuermchenImWald

Etwas Helles kommt aus dem toten Winkel, ich schrecke zurück, aber es ist nur ein Falter, der mich begucken wollte. Er begleitet mich zwei Meter weit, bevor er das Interesse verliert.

Mittlerweile hat sich meine Tiefenwahrnehmung verabschiedet, der dunkle Fleck vor mir könnte Rindenmulch auf dem Weg, eine Fallgrube oder ein Tor nach Riesenheim sein. Aber dann rettet mich ein Glühwürmchen, indem es drüber hinwegfliegt: Es ist wirklich nur Rindenmulch.

Zwanzig Meter später der erste Gartenzaun, das Wohngebiet hat mich wieder. Zauber und Elfenwesen müssen im Wald bleiben.

 


Das Bild habe ich nicht selbst gemacht, mein Handy hätte das nicht hergegeben, selbst, wenn ich es mitgehabt hätte.

Bildrechte: By Quit007 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)%5D, from Wikimedia Commons

Lesung bei der ComicCon Stuttgart

Diverse Kleinverlage sind bei der Comic Con in Stuttgart vertreten, darunter auch die Edition Roter Drache.

Ich habe einen Leseslot bekommen, und zwar am Sonntag, den 1. Juli um 16 Uhr. Den Rest des Tages werde ich wohl immer wieder beim Roten Drachen am Stand rumhängen – falls wer mich treffen will, bitte melden.

Das Programm der Messe findet ihr hier, am Samstag kann ich die bezaubernden Kolleginnen Isa Theobald und Anja Bagus empfehlen.

Männlichkeiten und Stammesdenken

Arnold Böcklin - Germanen auf Eberjagd

Das traditionelle Germanenbild kämpferischer Männlichkeit via Wikimedia Commons: Zwei Kerle in seltsamen Leibchen, die so bei den germanischen Stämmen gewiss niemand getragen hat. (Und wer ohne Speer oder Schusswaffen Wildschweine fangen will … und draufgeht: Selber schuld, sag ich.) Immerhin ist einer davon nicht blond.

Über einen kurzen Link bei der Mädchenmannschaft fand ich zu einem Artikel über Männlichkeit bei LOTTA, einer antifaschistischen Zeitschrift für NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen.

Der gesamte Artikel zitiert zur Argumentation einen Haufen misogyner Äußerungen, in denen neue und alte Rechte teilweise die Vergewaltigung feiern. Insofern sei beim Lesen Vorsicht geboten. Da manch ein zitierter Herr heuer für die AfD-Fraktion arbeitet, braucht eine vielleicht auch einen Eimer zum Reinkotzen.

Jedenfalls stehen nachdenkenswerte Sätze in dem Artikel.

Männer_Bande(n) und Krieg?

Männlichkeit, so Connell, steht nicht nur mit der Weiblichkeit als Gegenüber im Verhältnis, sie setzt vor allem die Männer untereinander in Beziehung. Diejenigen Männer, die selbst nicht (…) dem leitenden Bild von Männlichkeit entsprechen, müssen enorm viel Energie darauf verwenden, dem Idealbild des „echten Mannes“ hinterher zu jagen. Damit schaffen sie das Ideal immer wieder neu und erhalten somit das System aufrecht, das sie dazu antreibt.

Klar gibt es Konkurrenzdruck innerhalb jedes Geschlechtersystems — die meisten als Frauen sozialisierten Menschen werden wissen, dass niemand so sehr auf deinem Körper und Outfit herumhacken kann wie andere Frauen. Allerdings geht es nicht unbedingt darum, anderen Frauen die eigene Weiblichkeit beweisen zu müssen — meine weiblichen heterosexuellen Bekannten denken wohl kaum darüber nach, ob es unweiblich ist, wenn eine von ihnen ein Bier zischt, wohingegen ein heterosexueller Mann mit einem fruchtigen Cocktail in der entsprechenden Runde schon eher nachdenken müsste.

In der extremen Rechten herrschte seit jeher das Bild des „soldatischen“ und „kriegerischer“ Mannes vor, das eng mit der Weltsicht des Daseins als Kampf verknüpft ist. (…)

Donovan propagiert (…) eine „natürliche“, triebgesteuerte Männlichkeit, die durch Kampf, Revier, Antiintellektualität und Frauenhass geprägt ist. (…) Donovans Vorstellungen sind nicht nur extrem misogyn, sondern sie haben einen antiegalitären und antidemokratischen Kern. Männlichkeit ist für ihn gleichbedeutend mit Kampf und Durchsetzung der eigenen Interessen. Diskussion und Intellektualität sind für ihn weiblich, Zeichen der Dekadenz und des Niedergangs …

Bande/Stamm und Boden?

Witzigerweise habe ich mich in den letzten Wochen zwecks Recherche auf einem echt sympathischen heidnischen Blog rumgetrieben. (Ja, solche gibbet auch.) Dabei stieß ich auf eine kleine und äußerst lesenswerte Serie über Stämme: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Und da fiel mir dann auf, dass diese Verteidiger der ursprünglichen Männlichkeit mit ihren Thor-Steinar-Uniformen ein echt schräges Bild von den germanischen Stämmen haben, die sie so gern als Idealbild heranziehen.

Zum Thema Blut und Boden schreibt MartinM:

Zu einer „typischen“ Stammesgesellschaft gehört in aller Regel ein Mythos über den Ursprung des Stammes. Meistens betrachten sich die Stammesangehörigen als Nachkommen eines mythischen Vorfahrens (…) und daher als eine einzige große Familie. Die Betonung liegt dabei auf „Mythos“, denn praktisch alle Stammesgesellschaften adoptieren Stammesfremde, nehmen sie in die „Stammesfamilie“ auf (…) Die West- und Ostgoten der Spätantike waren ebenso wenig alle Nachkommen (…) des legendären Königs Berings, wie die heutige weißen englischsprachigen protestantischen Bürger der USA allesamt Nachkommen der mit der Mayflower gelandeten Pilgerväter wären.

Ein Stamm kann zwar ein Gebiet als „Stammesland“ beanspruchen, ist aber, anders als ein (National-)Staat, nicht unbedingt an ein bestimmtes Territorium gebunden: Ein Stamm besteht, wie die Goten, fort, auch wenn er die ursprüngliche Heimat verlässt …

Und was da ist das mit Diskussionen, die als zu feminin verschrieen sind?

Stammeshäuptlinge (männlich / weiblich) müssen sich durch besondere Fähigkeiten auszeichnen. Besonders talentierte Jäger werden „Jagdhäuptling“, begabte Strategen „Kriegshäuptling“ usw. . Diese Häuptlinge üben ihr Amt meistens nur für eine begrenzte Zeit aus. Alle Häuptlinge müssen gute Diplomaten und Organisatoren sein. (…) Da Stammeshäuptlinge in der einen oder anderen Weise in ihrer Macht sehr beschränkt sind, herrschen sie vor allem durch die „Kraft ihrer Persönlichkeit“.

Allerdings neigt die Menschheit bekanntermaßen zum Tribalismus — siehe oben — Stammesdenken, wo keines hingehört.

In der Verhaltensforschung bezeichnet „Tribalismus“ etwas Anderes: Es ist die in allen menschlichen Gesellschaften zu findende moralisch-psychologische Anlage fast aller Menschen, ihre Stellung als Individuum immer in Beziehung zu konkreten Bezugsgruppen zu definieren. (…) Fühlen wir uns einer Gruppe zugehörig, zeigen wir intuitiv – manche Verhaltensbiologen würden sagen: instinktiv – altruistisches und kooperatives Verhalten. Gegenüber Menschen aus Fremdgruppen ist oft das Gegenteil der Fall. Wir sind misstrauisch, weniger empathisch und „Fremden“ gegenüber sogar tendenziell feindlich eingestellt. …

Stamm und Häuptling?

Und die Suche nach dem „starken Mann“, der sagt, wo’s langgeht?

Zwischen der Stammesgesellschaft im eigentlichen Sinne und staatlich verfassten Gesellschaften gibt es eine Übergangsform, das in der Politenthnologie als „Häuptlingstum“ bezeichnet wird. Häuptlingstum gibt es bei sesshaften Ethnien, die permanent herrschende Oberhäupter anerkennen. Solche Häuptlinge werden in der Geschichtsschreibung oft „Stammesfürsten“, manchmal auch „Stammeskönige“ genannt. Unter anderem unterscheiden sie sich von den „Häuptlingen“ in Stammesgesellschaften durch ihre umfassenden Befugnisse: der „Stammesfürst“ / die „Stammesfürstin“ ist in jeder Hinsicht Chef.

Das Häuptlingstum ist Folge einer zunehmenden gesellschaftlichen Ungleichheit, die verstärkt in arbeitsteilige Ackerbaukulturen, aber auch in manchen Hirtenkulturen auftritt. (…) Die arbeitsteilige Gesellschaft mit organisiertem Ackerbau und spezialisiertem Handwerk ist (…) so produktiv, dass Überschüsse erzielt werden, die gehortet oder getauscht werden können. Die (…) Ungleichheiten (…) führen dazu, dass diese Überschüsse nicht gleichmäßig verteilt werden und auch dazu, dass sie nicht jenen zukommen, die sie durch ihre Arbeit erwirtschaftet haben. (…)

Von staatlich organisierten Gesellschaften unterscheiden sich Häuptlingstümer unter anderem dadurch, dass es kein Gewaltmonopol gibt. Zum Gewaltmonopal gehört ein ausreichend großer „Erzwingungsstab“ in Form einer Garde (…), aber auch von Steuereintreibern usw., mit dessen Hilfe die Regierung ihre Entscheidungen durchsetzen könnte. Häufig können die Häuptlinge nicht einmal allein entscheiden, sie sind auf die Mitwirkung des Stammes oder der Ältesten angewiesen und müssen ständig mit Intrigen und Revolten rechnen.

Eine fragt sich da schon, ob daher die Paranoia mancher Möchtegern-Häuptlinge stammt. (Ahem.)

Diverse Intrigen und derlei gibt’s in den isländischen Sagas übrigens zuhauf zu begutachten. Wer zum klassischen Altertum neigt, lese bei Homer etc. nach.

Noch wichtiger allerdings finde ich diese Bemerkung:

Nur wenn die (erweiterte Familie), der Clan oder die Gefolgschaft des Häuptlings über zahlreiche Arbeitskräfte verfügt, kann sie einen Produktionsüberschuss erwirtschaften, der für ihre Verpflichtungen und die für Häuptlingstümer typischen internen Machtkämpfe ausreicht. Nicht zufällig ist Sklavenhaltung in Häuptlingstümern weit verbreitet; in einer egalitären Stammesgesellschaft wäre sie unsinnig. Häuptlingstümer sind häufig expansiv bis eroberungssüchtig, getrieben u. A. vom ständig steigenden Bedarf an Arbeitskräften. Kriegsgefangene werden normalerweise versklavt.

(Hervorhebung von der Zitierenden.)

Wenn ich jetzt mal um zwei Ecken denke und ein paar Vergleich ziehe:

Wir hatten das anno 33 bis 45 ja schon, das mit dem starken Mann und dem tribalistischen Denken. Wir hatten einen Häuptling namens Adolf Hitler, der einen kompletten Staat zum expansiven, parasitären Häuptlingstum ummodelte. Im Gegensatz zu den alten Stammeskönigen konnte er sich dabei eines Gewaltmonopols bedienen.

In Häuptlingstümern sterben laut MartinM circa 25 Prozent ihrer Mitglieder eines gewaltsamen Todes. In Staaten zehn Prozent oder weniger.

Wir haben derzeit weniger.

Fazit

Wir brauchen alles Mögliche in diesem Land. Starke Männer, die sagen, wo’s langgeht, fehlen auf dieser Liste allerdings.