Dialog und Subtext

Vor einer Woche hat mir meine Lektorin den Text für den zweiten Teil der Albenbrut zurückgeschickt. Das heißt, in meiner Freizeit sitze ich zuvörderst vor meinem Computer, finde Stilmängel und flicke kleinere Plotlöcher. Große hat sie keine gefunden, worüber ich sehr erleichtert bin.

Der Witz an der Sache ist, dass ich auf einmal viel mehr Mist finde als meine Lektorin. Unschöne Wiederholungen von Wörtern und gleichen Satzkonstruktionen, überflüssige Adverbien, etc. pp.

In diesem Zusammenhang fiel mir ein, dass ich vor einiger Zeit mal ein Tutorial für eine Schreibkollegin gemacht habe, die ihre liebe Not mit dem Konzept „Dialog“ hatte.

Dialog dient immer der Informationsvermittlung, und zwar an die Leser_innen. Wir bekommen Informationen über die Welt und die Figuren. Wer geschickt damit arbeitet, kann auf Infodumps* verzichten. Außerdem sind Dialoge bestens dafür geeignet, Konflikte zu erzeugen und zu vertiefen. Konflikte sind Spannungen zwischen den Figuren, und wie Autor_inn_en von Fiktion wissen sollten: Ohne Spannung geht gar nichts. Di_e_r Leser_in klappt das Buch zu, beziehungsweise schließt die Datei, und nix war’s mit der guten Rezi bei Amazon.

Nun ist kein erster Entwurf perfekt, und um der Kollegin zu zeigen, wozu Überarbeitungen alles gut sind, habe ich für sie die frühe Version einer Szene zerpflückt. Unter dem Cut also einmal, „wie schreibe ich einen Dialog?“, oder, besser gesagt, „wie überarbeite ich einen Dialog?“. Wer gerne weiterhin dem Genieglauben anhängen möchte, klicke den Link nicht an.

*Infodump: Mit der Mistkarre sämtliche relevanten und irrelevanten Infos über die Leser_innen kippen. Die werden’s schon sortieren …

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