Jahresend-Bandwagon

Fast alle Leutchen in meinem Reader schreiben irgendwelche Jahresfazits, dann schließe ich mich mal an. „Jump the bandwagon“, wie es auf Englisch so schön heißt.

Ich werde nicht behaupten, dass 2014 nicht aufregend war – Albenbrut veröffentlicht, beim Bundesamt für magische Wesen angefangen, neuen Blog aufgebaut, diverse CSDs unsicher gemacht – ich bin sowohl online wie IRL gut rumgekommen, und habe einige nette Leute kennengelernt. *Hi!*

Pläne: Eventuell einen „Albenzauber“ selfpublishen, damit Heilika endlich zu ihrem Recht kommt, die „Jinntöchter“ hoffentlich an einen Verlag verkaufen, und das Bundesamt hat seinen ersten Arbeitsbericht ausstehen. Unter anderem. *Reibt sich die Hände und kichert leicht derangiert*

Ich hoffe, dass die werten Leser*innen ähnlich zuversichtlich nach vorne schauen können, und wünsche euch allen einen guten Rutsch nach 2015.

Identität vs. Politik

Falls es wen interessiert, in der Jungle World war ein wenig Kritik an der asexuellen Community und wie die Queerfeminist*innen darauf reagieren. Konnte ich so nicht stehen lassen.

Avatar von Carmilla DeWinterDer Torheit Herberge

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Auf Lou Zuckers Artikel hatte ich bereits verwiesen. In der gleichen Onlinezeitschrift beschäftigt sich am selben Tag noch ein Artikel mit Asexualität: „Lieber ohne Anfassen“.

Der Text ist meines Erachtens mit Vorsicht zu genießen, also zerpflücke ich ihn mal:

[Asexualität] soll, so das Bestreben, als Alternative zu Hetero-, Homo- oder Bisexualität begriffen werden, um damit den Betroffenen das Stigma der Andersartigkeit zu nehmen.

Sind das Alternativen? Suche ich mir mein Begehren aus, oder nur die Beschreibung selbigen Begehrens?

Damit geht ein Teil Identitätsbildung einher, logischerweise, denn nur das, wofür es Wörter gibt, existiert, und wenn verschiedene Menschen die gleiche Beschreibung für sich verwenden, kann ich mir zumindest sicher sein, mit meiner Seltenheit nur selten, aber nicht allein zu sein.

In der Tat hat sich jener sexuelle Leistungsdruck, der im Zuge der sogenannten sexuellen Revolution […] kultiviert wurde […] längst gesamtgesellschaftlich verbreitet; diffuser zwar, aber dafür auch auf beide Geschlechter…

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Links kurz vor Feiertag

(Crosspost von Der Torheit Herberge.)

Bevor ich in der allgemeinen Jahresend-Hochstimmung versumpfe, hier noch ein bisschen was zu lesen von anderen Leuten, die in den letzten Wochen produktiver waren, was online lesbare Texte angeht:

Meine-eine wurde von Lou Zucker für die Jungle World über Asexualität ausgequetscht.

Asexy.de hofft auf Input, was Themen und Themenübersichten angeht.

Auf Englisch ist The Ace Theist so freundlich zu erklären, was die europäische Kolonialgeschichte mit dem zu tun hat, was heute Heteronormativität heißt. Wären diverse Leute nur mal schön zu Hause geblieben …

Zu diesem Thema auch – wieder Englisch – eine hochinteressante Karte von Afrika, wie es ohne Kolonialmächte vielleicht aussehen könnte. (Auch für Schreiber*innen fiktionaler Texte interessant, denke ich, daher mit „Weltenbau“ vertaggt.)

Den Leser*innen wünsche ich schöne Feiertage, egal, ob ihr aus religiösen Gründen feiert, oder euch einfach nur über die Freizeit freut.

Carmillöses Fundstück

Für Englischkönner*innen gibt es bei Youtube eine Mystery-Webserie unter dem Namen „Carmilla“ zum Anschauen. Noch verständlicher mit eingeschalteten (englischen) Untertiteln, und als Bonus LGBT*-freundlich.

Ich kann nur sagen: Ich nehme mein Müsli mit lactosefreiem Joghurt, nicht mit Blut, bin aber ansonsten, wenn auch auf andere Art, keine bessere Mitbewohnerin:

Über Komplimente

Letztens äußerte sich Naekubi über die Unmöglichkeit unschuldiger Komplimente: Kommentare über das Aussehen einer Person sind grundsätzlich auch Bewertungen. Das freut nur Leute, die positiv bewertet werden – kein Kompliment ist auch eine Aussage – aber nur, wenn sie nicht drüber nachdenken, was das eigentlich bedeutet. Außerdem will nicht jede*r etwas darüber hören, ob si*er für wen anders attraktiv ist.

Gerade Leute, die nicht für die Gruppe attraktiv wirken wollen, die das Kompliment gemacht hat, werden solche Bewertungen als Grenzüberschreitungen erfahren, und sich im schlimmsten Fall davon bedroht fühlen. Ich bin im Angesicht von sexuell konnotierten Komplimenten immer völlig hilflos, weil ich damit nichts anfangen kann und anfagen will. Außerdem habe ich auch keine Lust, mich für etwas zu bedanken, das mir in Erinnerung ruft, wie andere Leute eventuell von mir denken.

Dies gesagt, wollte ich mich über ein Kompliment freuen, mit dem alles richtig gemacht wurde. Hagen Ulrich, mein Chef vom Bundesamt für magische Wesen hat die Albenbrut gelesen, und meinte daraufhin zu mir: „Du bist die erste Frau, die mich eine Nacht gekostet hat.“

So was freut die geneigte Autorin.

 

Kleines Update

Bin dieser Tage ein bisschen abgelenkt, weil „The Dark Defiles“ von Richard Morgan endlich draußen ist. Bislang lässt es sich seeehr gut an, und die Formatierung ist auch um Längen besser als die der ersten zwei E-Books.

Außerdem Update bei den 5 Tipps: Sandra Florean hat einige Hinweise zum Thema Marketing zusammengetragen. Dankeschön!

[Gastartikel] Er, sie, xier, nin: Genderneutrale Pronomen

Die DeWinter ist fremdgegangen – es gibt einen Gastartikel über Gender und genderneutrale Pronomen bei der Weltenschmiede.

Avatar von Katherina UshachovWeltenschmiede

Carmilla deWinter bloggt auf https://carmilladewinter.com/  über das Schreiben von Queer Fantasy, über das Schreiben allgemein und über Geschlechtervorurteile. Ihr Roman „Albenbrut: Ein bindender Eid“ erschien am 15.04.2014 und kann u.a. hier bestellt werden. 

Nachdem der letzte Rückblick einen englischsprachigen Artikel zum Thema verlinkte, habe ich mich kurzerhand bereiterklärt, das Thema „Gender und geschlechtsneutrale Pronomen“ auf Deutsch für Autor*innen aufzubereiten, die davon noch nicht so viel gehört haben.

Zunächst kurz umrissen: Was ist Gender?

Das Natürlichste der Welt ist die Trennung der Menschheit in Männer und Frauen. Oder? Tatsächlich besitzt ein Großteil der Menschen einen der zwei häufigsten Geschlechtschromosomensätze: XX oder XY, und die passenden dazu äußeren Merkmale.

Gelegentlich werden Menschen mit anderen Chromosomensätzen geboren – das nennt sich dann Gonadendysgenesie – zum Beispiel mit XXY (häufigste Variante des Klinefelter-Syndroms), XXX, oder nur X.

Ist das biologische Geschlecht an den äußeren Merkmalen nicht eindeutig zu erkennen, spricht mensch von Intersexualität.

Gender…

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Zwischenstände

Am Wochenende meine Rohversion meines neuen Projejkts fertiggestellt. 400 Normseiten, mit Jinn, ohne fliegende Teppiche. Etwas kürzer geraten als erwartet. Da meine Texte erfahrungsgemäß beim Überarbeiten um zehn Prozent wachsen, ist das noch kein Grund zu Panik.

Jetzt arbeite ich erstmal den amtlichen und sonstige Backlog auf, und dann geht’s an ein kurzes Albenbrut-Prequel, das ich aus Marketinggründen über Amazon zu veschenken gedenke.